Shownotes Lean & Lead Podcast Folge #61
Geht schneller. Ohne Stress. Über SMED, eingespielte Abläufe
und versteckte Zeitverluste.
Die letzte Schachtel vom alten Auftrag läuft vom Band. Die Anlage
stoppt. Wo ist der Formatsatz? Im Regal, aber nicht vollständig.
Die neue Verpackung steht noch im anderen Bereich. Und welche
Einstellung war beim letzten Mal die richtige? Jeder zieht seinen
eigenen kleinen Zettel aus der Tasche.
Die Maschine steht. Die Suche läuft.
Rüstzeit ist selten nur Umbauzeit. Ein großer Teil verschwindet
in Suchen, Holen, Nachfragen und Nachjustieren – und vieles davon
hätte erledigt sein können, bevor die Anlage überhaupt stoppt.
Genau hier setzt SMED an: nicht mit mehr Tempo, sondern mit
besserer Vorbereitung und einem klaren Ablauf.
In dieser Folge geht es darum
wann ein Wechsel wirklich beginnt und endet: vom letzten
Gutteil bis zum ersten Gutteil bei 100 Prozent Leistung, und zwar
stabil
was SMED bedeutet und warum „Single Minute“ eine Zielrichtung
ist, kein Versprechen nach dem ersten Workshop
wie du interne und externe Rüstschritte unterscheidest und
warum „extern“ nichts mit Fremdfirmen zu tun hat
warum verlagerte Arbeit nicht verschwundene Arbeit ist und
Maschinenzeit und Arbeitsaufwand zwei verschiedene Größen sind
warum ein provisorischer Standard besser ist als der
handschriftliche Zettel vom vorletzten Umbau
wie kürzere, verlässliche Wechsel kleinere Lose, weniger
Bestand und mehr Planungssicherheit ermöglichen
und warum Vertrauen entscheidet, ob dein Team seine Ideen
einbringt
Drei Gedanken, die ich in der Episode teile. Erst die
Messung klären, dann die Minuten diskutieren Legt gemeinsam fest,
wann eure Uhr startet und stoppt - und bleibt dabei. Ein schneller
Wechsel, nach dem die nächste halbe Stunde aus Nachstellen,
Kurzstopps und Ausschuss besteht, ist kein schneller Wechsel.
Vorbereiten, was keinen Stillstand braucht Formatsatz geprüft und
vollständig am vereinbarten Platz, Material bereitgestellt,
Auftragsinformationen klar. Aber nur, was technisch,
organisatorisch und sicher möglich ist. Reinigung, Produkttrennung
und Freigaben werden nicht per Stoppuhr verhandelbar. Einstellwerte
zum Standard machen, nicht zur Schichtsache Die Werte müssen zur
Anlage und zum Material passen, nicht zur jeweiligen Schicht.
Startet mit einem provisorischen Standard, begleitet ihn über eine
vereinbarte Anzahl Wechsel, notiert Abweichungen und Gründe und
legt erst dann fest. Dein Wochen-Impuls
Beobachte einen häufigen Wechsel. Sag dem Team vorher, worum es
geht: Du willst sehen, was euch aufhält, nicht wer zu langsam
ist.
Begleitet bei mehreren Beteiligten jeweils eine Person und
notiert, was passiert: Teile holen, Werkzeug suchen, umbauen,
warten, prüfen, nachstellen.
Fragt dann: Welche Tätigkeit hätte außerhalb des Stillstands
erledigt werden können?
Wählt genau eine aus. Klärt, wer sie wann und sicher
übernehmen kann.
Testet sie beim nächsten vergleichbaren Wechsel.
Vereinbart direkt den Termin, an dem ihr euch das Ergebnis
gemeinsam anschaut.
Und nimm dir den letzten Produktwechsel vor, den du im Kopf hast:
Was wurde erst gesucht und organisiert, nachdem die Anlage
stand?
Woran habt ihr erkannt, dass der Wechsel wirklich
abgeschlossen war – kennst du die echte Zeit?
Wer müsste an der Verbesserung beteiligt sein, den ihr noch
gar nicht gefragt habt? Materialversorgung, Instandhaltung,
Planung?
Die Menschen an der Anlage wissen, welches Werkzeug fehlt und
welche Information jedes Mal drei Nachfragen braucht. Gib diesem
Wissen einen Platz.
Schneller rüsten heißt nicht schneller rennen. Sondern besser
vorbereitet sein.
Weitere passende Podcastfolgen
Lean & Lead #60: Läuft. Aber wie gut? Über OEE, versteckte
Verluste und warum „läuft“ noch nicht „liefert“ heißt.
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Lean & Lead #28: Vom Industriemechaniker zum Lean-Experten
und was das mit Segeln und Sanieren zu tun hat. Im Gespräch mit
Ulrich Schleuter, SMED und Instandhaltungs-Experte.
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