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Von Mafia, Muttersöhnen und Morgenritualen

Von Mafia, Muttersöhnen und Morgenritualen

Literaturclub vor 6 Monaten
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Jennifer Khakshouri, Elke Heidenreich, Thomas Strässle und Gast
Denise Tonella diskutieren über «Meine Liebe stirbt nicht» von
Roberto Saviano, «Die Reise ans Ende der Geschichte» von Kristof
Magnusson, «Nebelflüchtige» von Flurina Badel sowie «Die
Lebensentscheidung» von Robert Menasse. Vor 20 Jahren hat Roberto
Saviano mit «Gomorra» die Mafia aufgeschreckt. Seitdem lebt er
unter Polizeischutz wegen Morddrohungen. Die Mafia bleibt dennoch
sein Thema. Jetzt hat er einen Roman nach einer wahren Geschichte
geschrieben. «Meine Liebe stirbt nicht» erzählt von einer
verhängnisvollen Beziehung – anhand von Gerichtsunterlagen,
Abhörprotokollen und schriftstellerischer Fantasie. Der
deutsch-isländische Schriftsteller Kristof Magnusson ist bekannt
für gute Unterhaltung mit Tiefgang. Sein neuer Roman ist ein
historischer Spionage-Thriller und gleichzeitig eine Parodie
darauf. Am Ende des Kalten Krieges schien alles möglich: In dieser
Zeit schickt Magnusson einen jungen, erfolgreichen Schriftsteller
auf Agentenmission. «In den Tag» von Christoph Ribbat beschreibt
die Schwelle zwischen Augenaufschlag und Wachwerden. Jenseits
heutiger Selbstoptimierung entfaltet er eine Kulturgeschichte des
Aufwachens, amüsant und anekdotisch: Paul McCartney soll einen
seiner Songs komplett geträumt haben. Autoren wie Toni Morrison,
Sylvia Plath und Ernest Hemingway schrieben ganz früh morgens. Die
Bündnerin Flurina Badel greift in «Nebelflüchtige» ein aktuelles
politisches Thema auf: Die Nachfrage nach Ferienwohnungen im
Engadin macht erschwinglichen Wohnraum für Einheimische knapp. Die
Romanfigur Aita kehrt nach dem Tod ihrer Mutter in ihr Bergdorf
zurück. Das Haus soll verkauft werden – und so vermischt sich die
Trauer über die Mutter mit jener über den Verlust der Heimat. Seit
seinem preisgekrönten Roman «Die Hauptstadt» ist der
österreichische Autor Robert Menasse der literarische
Europa-Spezialist. Nach flammenden Plädoyers für Europa zeigt er
sich in der Novelle «Die Lebensentscheidung» abgeklärter: Er
schickt einen müden und ernüchterten Angestellten der Europäischen
Kommission in den Tod. Ein Buch über verpasste Chancen,
Freundschaft und Müttersöhne. Die Bücher der Sendung sind: •
Roberto Saviano: «Meine Liebe stirbt nicht» (Hanser); • Kristof
Magnusson: «Die Reise ans Ende der Geschichte» (Klett-Cotta); •
Christoph Ribbat: «In den Tag» (Insel); • Flurina Badel:
«Nebelflüchtige» (Rotpunkt); und • Robert Menasse: «Die
Lebensentscheidung» (Suhrkamp).
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„Von Mafia, Muttersöhnen und Morgenritualen“

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