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"Was ein Scharfrichter wirklich tat — Die Henker unserer Region"
Wenn wir „Scharfrichter” hören, denken wir an den vermummten Mann
mit dem Schwert. Doch das Bild ist unvollständig. Der Scharfrichter
war ebenso Wundversorger und Knochenflicker, Abdecker und
Hundehalter — ein Beruf, der Töten und Heilen in einer Person
vereinte. Diese Folge erzählt das wirkliche Berufsbild und folgt
den Männern, die für Brome und Umgebung die Urteile vollstreckten
und die Kranken heilten — bis hin zu einer Scharfrichter-Dynastie,
deren Spur sich über die Orte unserer Region ziehen lässt. Die Orte
dieser Folge Brome — Ausgangspunkt der Spurensuche: Der Flecken
hatte keinen eigenen Scharfrichter, sondern ließ ihn von auswärts
kommen. Überliefert sind die Hinrichtungen des Diebes Jürgen Wendt
(1596) und des „Blinden Peter” (1602) samt der erhaltenen
Kostenabrechnung „Expenss über die Justification des blinden
Peters” — ein seltener Blick auf die genaue Bezahlung eines
Scharfrichters. Vorsfelde — das Zentrum der Überlieferung: Hier
lässt sich über anderthalb Jahrhunderte eine Dynastie von Henkern
und Heilern verfolgen (Engelke, Pfeffer, Fahnert, Löwe, Buchholz).
Erhalten sind das Scharfrichterhaus in der Meinstraße 14 (erbaut
1606), das Richtschwert mit der Inschrift „Tue nichts Böses, so
geschieht dir nichts Böses!” und das Zeugnis von 1662 für Meister
Hans Pfeffer, das Hinrichten und Heilen im selben Atemzug rühmt.
Wolfsburg — Quelle für den Scharfrichter-Alltag: Die
Gerichtsprotokolle des Amtmanns Johann Ernst Selig (1711–1724)
zeigen den Vorsfelder Scharfrichter immer wieder als Wundversorger,
dem Dorfbewohner Behandlungslohn schuldeten. Vom adeligen Gericht
Wolfsburg stammt auch die Aufstellung der Straffälle im Brief des
Jochim Friedrich von Bartensleben an Celle (1677), darunter die
späte Hexenverbrennung der Anna Werniken (1674). Uelzen —
Schauplatz des „Pflichtenhefts”: Aus der Uelzener Scharfrichterei
stammt die königliche Bestallungsurkunde von 1721 (ausgestellt von
Georg I., König von Großbritannien und Herzog von
Braunschweig-Lüneburg) — ein vollständiges Pflichtenheft des Amtes:
Abgaben, Hundehaltung für die Wolfsjagd, Abdeckerei und die
Gebühren für Folter und Hinrichtung. Gifhorn — Wurzel der Dynastie:
Hier wurde Benedict Johann Andreas Pfeffer am 17. April 1688
getauft; hier wurde 1689 auch seine Mutter begraben. Gifhorn ist
einer der Knotenpunkte im weitverzweigten Heiratsnetz der
Scharfrichterfamilien. Wittingen — endlich ein Name: Lange war der
Wittinger Scharfrichter in den Quellen namenlos. Jetzt ist er
benannt — Benedict Johann Andreas Pfeffer — und mit ihm schließt
sich der Kreis zur Vorsfelder Familie Pfeffer. Tülau-Fahrenhorst —
der konkrete Beleg für unsere Dörfer: Zum Gericht Tülau-Fahrenhorst
gehörten Tülau, Fahrenhorst und Croya. Ein Abdeckereivertrag vom
15. Oktober 1689 aus dem Gutsarchiv derer von Weyhe belegt, dass
der Wittinger Nachrichter hier die Abdeckerei versah — samt
kuriosem Detail der zwei Paar hundeledernen Handschuhe. Und am 7.
November 1714 wurde am Tülauer Galgen ein Pferdedieb gehängt — die
Hinrichtung fällt in die Zeit, in der Wittingen für das Gebiet
zuständig war. So wird greifbar, wie unsere Dörfer tatsächlich von
auswärts versorgt wurden. Themen der Folge
•           
Warum kleine Flecken wie Brome keinen eigenen Scharfrichter hatten
•           
Der Scharfrichter als Wundarzt und Knochenflicker — vier
Behandlungsfälle aus den Dörfern Jembke, Rühen, Brackstedt,
Tiddische und Brechtorf
•           
Das Amt als „Pflichtenheft”: Hundehaltung, Wolfsjagd, Abdeckerei
und die Gebührenordnung für Folter und Hinrichtung
•           
Die Abdeckerei als alltägliches Monopol — und wie sie bei den
späten Vorsfelder Löwes zum Haupterwerb wurde
•           
Die Scharfrichter-Dynastie Pfeffer über drei Generationen — vom
Vorsfelder Meister über Uelzen und Gifhorn bis Wittingen Mehr unter
bromer-geschichte.de

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(00:00:00) 01-Einführung (00:01:24) 02-Brome ohne eigenen
Scharfrichter (00:03:10) 03-Scharfrichter in Vorsfelde (00:07:38)
04-Der Scharfrichter als Wundversorger (00:12:32) 05-Das
Pflichtenheft von 1721 (00:21:26) 06-Der Scharfrichter als Abdecker
(00:24:17) 07-Die Strafen und die Werkzeuge (00:31:11) 08-Das
Richtschwert und das Scharfrichterhaus (00:33:28) 09-Endlich ein
Name (00:39:20) 10-Der Wittingen Scharfrichter in Tülau-Fahrenhorst
(00:44:25) 11-Outro
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„21 Was ein Scharfrichter wirklich tat - Die Henker unserer Region“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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