Wut, Liebe, Filmriss mit Gofi Müller Jason spricht mit Gofi Müller
über dessen neues Buch, das in Bremen und besonders in Huchting
spielt. Im Mittelpunkt stehen die verschachtelte Erzählstruktur,
das Schreiben aus gelebter Realität, KI-Beziehungen, Männlichkeit
und die Frage, wie Geschichten überhaupt Sinn erzeugen. Gofi Müller
ist Künstler, Autor und Teil von Hossertalk. In diesem Gespräch
gibt er einen sehr persönlichen und zugleich literarischen Einblick
in sein Schreiben, seine Recherche und die Themen, die ihn gerade
beschäftigen. Key topics Gofi Müller beschreibt sein neues Buch als
Teil eines größeren Erzählkosmos, der mit früheren Büchern wie Tim
Tom Guerilla und Huchting verbunden ist. Die Geschichte arbeitet
mit kurzen, mosaikartigen Episoden, die sich am Ende zu einem
größeren Ganzen fügen. Jason vergleicht die Struktur mit einem Film
wie LA Crash, weil einzelne Stränge erst einmal unabhängig wirken
und später zusammenlaufen. Gofi erklärt seine Arbeitsweise:
beobachten, Orte auf sich wirken lassen, Situationen im Schreiben
innerlich noch einmal betreten und dann sprachlich verdichten.
Vieles im Buch basiert auf realen, teils absurden Geschichten aus
Bremen und Umgebung, zum Beispiel dem angeschossenen Rocker, der in
eine AOK-Geschäftsstelle flüchtete. Ein zentraler Strang handelt
von einer Liebesbeziehung zwischen einem Mann und einer KI und
davon, wie real solche Bindungen heute schon sind. Das Gespräch
streift ethische Fragen rund um KI, emotionale Abhängigkeit,
Bestätigung und die Gefahr, dass Bots für manche Menschen
menschliche Beziehungen ersetzen. Ein weiterer Schwerpunkt ist
Männlichkeit: Hypermaskulinität, Täterrollen, Verletzlichkeit,
Trennungserfahrungen und die Frage, wie Männer über sich selbst
nachdenken. Das Buch wird als literarisch, aber zugleich zugänglich
beschrieben - mit Krimi-Elementen, gesellschaftlicher Tiefe und
Humor. Gofi betont mehrfach, dass gute Unterhaltung für ihn zentral
bleibt, auch wenn das Buch zum Nachdenken anregt. Timestamps
(00:00) Ein neues Format zwischen Book Club und Gespräch über ein
Buch (03:09) Bremen, Huchting und der größere Erzählkosmos (05:08)
Wut, Liebe, Filmriss und die spielerischen Verweise auf frühere
Werke (07:36) Warum kurze Texte für dieses Buch der richtige Weg
waren (09:02) Mosaikstruktur, Vielstimmigkeit und Social Media als
Erzählbild (11:23) Wie Gofi schreibt: beobachten, Orte fühlen,
Situationen nacherleben (14:14) Reale, absurde Geschichten aus
Huchting als Stoff für Literatur (17:51) Geschichten als
Gesprächsanlass und der Konflikt um Zweck und Glauben (22:04)
Themen wie Krieg, Übergriffigkeit und die Perspektive des Täters
(24:29) Karikari, Konzert, Stummfilm und kulturelle Zufälle im Text
(27:34) Die KI-Liebesgeschichte um Sid und Samira (30:36) Ethische
Fragen, Bewusstsein und Bindung an KI (34:56) Wenn KI in
gefährliche Richtungen bestätigt (38:43) Krimi-Elemente, Korruption
und gesellschaftliche Realität (41:18) Konstruktion, Dekonstruktion
und die Frage: Was ist wirklich wirklich? (48:14) Vorlesung der
Pfefferspray-Kartuschen-Szene (53:03) Männlichkeit, Verlust,
Stereotype und gesellschaftlicher Druck (59:23) Warum das Buch
männliche Rollenbilder fein und humorvoll destabilisiert (64:33)
Hörbuch, Buchclub und kommende Lesungen
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