Josef „Sepp“ Gruber ist seit fast 40 Jahren im Ausdauersport
unterwegs: Mountainbike, Triathlon, Höhenbergsteigen,
Skibergsteigen und Trailrunning. Er ist Gründer von G-Sport,
Renndirektor beim Mozart 100, Veranstalter des Salzburg
Trailrunning Festivals und sportlicher Koordinator im
Skibergsteigen.
Wir haben uns im Schloss Hellbrunn in Salzburg getroffen – nach
einer gemeinsamen Laufrunde, auf einer Wiese, mitten in der neuen
Eventlocation des Festivals.
Sepp erzählt, wie er mit 29 seinen Job als Logistiker gekündigt
hat, auf Anhieb die Aufnahmeprüfung für Sportwissenschaft
geschafft hat und nur neun Monate später seinen ersten Ironman
gefinisht hat – obwohl er beim ersten Schwimmtraining nach 25
Metern „halb abgesoffen“ ist.
Wir sprechen über seinen ersten Kindertriathlon mit 21 Kindern,
darüber, was ein gutes Laufevent wirklich ausmacht, warum für ihn
Sportförderung ohne Kinderbewerb nicht denkbar ist und warum
Frauen und Männer bei Preisgeldern immer gleich behandelt werden
sollten.
Der rote Faden dieser Folge: der Weg vom Zeitfokus zum
Erlebnis.
Vom Runden-Zählen im Triathlon über den Gigathlon bis zum CCC in
Chamonix, wo auf seinen Handrücken zwei Worte standen:
Fokus und Smile.
Besonders hängen geblieben ist mir seine Geschichte vom CCC: Sepp
liebäugelte mit einem Top-3-Platz in seiner Altersklasse. An der
ersten Labestation sagt ihm seine Frau, dass er Neunter ist.
Seine Reaktion: „Passt.“ Am Ende wurde er Fünfter. Aber wenn Sepp
von diesem Rennen erzählt, geht es kaum um Platz fünf. Es geht um
den Zieleinlauf um 1 Uhr nachts, um das Spalier, um das Erlebnis
– und um seinen Satz:
„Gehen ist schneller als stehen.“
Wir sprechen auch darüber, wie Sepp mit 53 jeden Morgen seine
Athletikeinheit macht – ohne lange darüber nachzudenken. Für ihn
ist das „das Geschenk, das ich jeden Tag meinem Körper gebe“.
Insights aus dem Gespräch
Ein gutes Event beginnt mit dem Fundament:
Strecke, Sicherheit und Zeitnehmung müssen funktionieren.
Stimmung, Licht und Startgeschenk kommen danach.
Kinder zeigen uns, wie natürlich Bewegung sein
kann: Beim Laufen über den Vorfuß machen sie vieles
intuitiv richtig – Erwachsene können sich davon einiges
abschauen.
Selbstwahrnehmung ist entscheidend: Ist es
der innere Schweinehund? Bin ich einfach faul? Oder
signalisiert mein Körper tatsächlich Schmerz?
Regeneration braucht Zeit: Nach dem CCC
machte Sepp einen ganzen Monat kein Training – nur Bewegung
und Natur. Erst als der Körper wieder „Spaß“ meldete, ging es
zurück ins Training.
Feedback ist Teil der Arbeit: Jede E-Mail
wird beantwortet. Nach jedem Event entstehen vier bis fünf
Seiten mit Verbesserungen.
Die beste Werbung bleibt Mundpropaganda:
Menschen, die ein gutes Erlebnis hatten, erzählen davon
weiter.
Wir bewegen uns in einer Bubble: Sepp
spricht von rund fünf Prozent der Menschen, die regelmäßig
entsprechend aktiv sind. Sein Ziel: Diese Bubble so groß wie
möglich zu machen. Jede Person, die andere zur Bewegung
bringt, trägt dazu bei.
Salzburg Trailrunning Festival23.–25. Oktober
2026Nightrun, Kinder- und Windeltrail, Panorama Trail,
Festungs Trail, Gaisberg Trail, Gaisberg Vertical, Trail Amadeus
und Trail Marathon: https://www.trailrunning-festival.at
Instagram: https://www.instagram.com/josef_gruber_ G-Sport:
https://www.g-sport.at/
Danke an Sepp für die Zeit, das offene Teilen deiner Erfahrungen
– und an dein Team für Events, die seit über 20 Jahren Menschen
bewegen.
Die ganze Folge gibt es auch als Videopodcast auf Spotify und
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