Nicht glücklich.
Nicht zufrieden.
Nicht dieses: „Eigentlich ist doch alles gut.“
Sondern lebendig.
Dieses Kribbeln im Bauch. Laut lachen. Musik viel zu laut.
Tanzen, obwohl man längst vernünftiger sein sollte. Eine
Entscheidung treffen, die keinen Sinn ergibt – sich aber verdammt
richtig anfühlt.
Dieser eine Moment, in dem du nicht darüber nachdenkst, was
morgen ist.
Du bist einfach da.
In dieser Folge fragt Janina:
„Sach ma, Jule … wann hast du dich eigentlich das letzte
Mal so richtig lebendig gefühlt?“
Aus dieser einen Frage entsteht ein Gespräch über etwas, das im
Erwachsenenleben erstaunlich leicht verloren geht.
Denn irgendwann werden wir vernünftig.
Wir haben Verantwortung.
Kinder. Arbeit. Termine. Verpflichtungen.
Wir organisieren Urlaube, statt einfach loszufahren.
Wir planen freie Zeit.
Wir wägen Entscheidungen ab.
Wir denken an morgen.
Vielleicht werden wir dabei nicht langweilig.
Aber manchmal eben vorsichtig.
Wir sprechen darüber, welche Momente uns bis heute sofort wieder
fühlen lassen.
Über Musik, die dich innerhalb von drei Sekunden zurück in eine
andere Zeit katapultiert.
Über Menschen, mit denen du anders lachst.
Über Reisen, Nächte, Liebe, Freundschaft und diese völlig
unspektakulären Augenblicke, bei denen man plötzlich denkt:
Scheiße. Genau dafür liebe ich mein Leben.
Natürlich stellen wir uns irgendwann die unbequeme Frage:
Wenn wir eigentlich wissen, was uns lebendig macht –
warum machen wir dann so wenig davon?
Vielleicht fehlt uns gar nicht die Zeit.
Vielleicht haben wir nur irgendwann angefangen, allem
Vernünftigen zuerst einen Platz zu geben.
Das, was einfach nur Freude macht, kommt dran, wenn noch
etwas übrig ist.
Zeit.
Energie.
Mut.
Nur: Was, wenn irgendwann nicht der Zeitpunkt ist, an dem wir
wieder anfangen sollten zu leben?
Was, wenn es heute ist?
Diese Folge ist kein Aufruf, alles hinzuschmeißen und barfuß nach
Bali auszuwandern.
Sie ist eine Erinnerung an die Frau unter all den Rollen.
An die, die laut lachen kann.
Die neugierig ist.
Die Blödsinn macht.
Die begehrt.
Die träumt.
Die manchmal überhaupt keinen vernünftigen Grund braucht.
Vielleicht bedeutet Erwachsenwerden nämlich nicht, immer
vernünftiger zu werden.
Vielleicht bedeutet es irgendwann auch zu wissen:
Meine Zeit ist zu wertvoll, um nur zu
funktionieren.
Also stellen wir die Frage heute auch dir:
Wann hast DU dich das letzte Mal so richtig lebendig
gefühlt?
Noch wichtiger:
Was davon fehlt dir gerade?
Kaffee holen. Kopfhörer rein.
Sach ma, Jule … wann hast du dich das letzte Mal so
richtig lebendig gefühlt?
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