Eine Gutenachtgeschichte für Kinder. Am Ende des Tages erhebt
sich ein großer Wind über Schönhügel, ein Wind, der Fensterläden
klappern, Eimer rollen und Äste tanzen lässt. Mit einer einzigen
Böe sät er drei kleine Missgeschicke im Dorf: fortgewehte Wäsche
in einem Garten, einen umgekippten Marktstand auf dem Platz, und
vor allem Brunos Schal, der sonst immer über den Boden schleift,
jetzt aber ganz oben an der Fahnenstange hängt.
Die ersten beiden Missgeschicke sind schnell erledigt, gemeinsam
und guter Laune. Doch der Schal hängt ganz oben, und der Wind
bläst weiter in Böen. Bruno schaut von unten hinauf, am Boden
zerstört: Es ist der Schal für die Festtage, den er trägt, seit
er Bürgermeister ist.
Die große Leiter fährt hoch, doch sie zittert in den Böen, und
Chefin Marta stoppt sie sofort: Man klettert bei so einem Wind
nicht auf eine Leiter. Alle werden still, und Nino ist es, der
den Schlüssel findet, indem er zuhört statt hinzuschauen. Der
Wind bläst nicht ohne Unterlass: Zwischen zwei Böen gibt es eine
Flaute, ein paar Sekunden vollkommener Ruhe. Man muss nur nicht
überstürzt handeln, diese Flaute abwarten, und genau dann
hinaufklettern.
Im Lauf der Geschichte lernt dein Kind, dass Geduld manchmal die
wirksamste Lösung ist, und dass auf den richtigen Moment zu
warten keine verlorene Zeit ist. Es ist außerdem die Folge, die
Stadt und Land näherbringt: Josette kommt von ihrem Hügel
herunter, und am Ende teilen sich alle denselben Tisch.
Der Schal kommt wieder herunter, ordentlich gefaltet. Pompon, der
schon eine Weile am Boden geschnüffelt hat, schnüff, schnüff,
schnüff, rennt plötzlich los und findet in einem Busch den
letzten fortgewehten Gegenstand, den niemand mehr gesucht hatte.
Auf dem Platz teilt man sich dann Josettes Äpfel und den Käse vom
Hof, Stadt und Land gemischt, wie eine einzige große Familie.
Bruno wird nicht dafür gescholten, dass er seinen Schal schon
wieder hat schleifen lassen, und der running gag wird an diesem
Abend zum Herzstück der Geschichte. Man neckt ihn liebevoll, nie
böse, und repariert gemeinsam: Diese Art, mit jemandem zu lachen
statt über ihn, ist der ganze Geist der
Tilibou-Gutenachtgeschichten. Und währenddessen legt sich der
Wind nach und nach, und die Fahne hängt am Ende ganz ruhig herab.
Eine Feuerwehrgeschichte ohne Bildschirm, gedacht für Kinder ab 3
Jahren, ideal zum Zuhören schön kuschelig zur Schlafenszeit, im
Auto oder vor dem Mittagsschlaf. Wie immer bei Tilibou bleibt das
Ende ganz sanft, ohne Musik, um in den Schlaf zu gleiten, ohne
jemanden zu wecken.
Alle Tilibou-Gutenachtgeschichten auf tilibou.com
Tipp: Um eine Welt am Stück zu hören, wähle ihre Staffel
(Noisette, Léo, Cassie, Marin, Tom der Pirat, Nino, der kleine
Feuerwehrmann, oder die Staffeln Weihnachten, Halloween und
Kita).
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