Ich habe schon oft Ja gesagt, bevor ich überhaupt in meinen
Kalender geschaut habe. Die Anfrage klang interessant, jemand hat
mir etwas zugetraut. Erst danach begann die Suche nach einem
freien Platz.
In dieser Folge geht es darum, warum es so schwer ist, Nein zu
sagen, gerade bei guten Gelegenheiten. Ein schlechtes Angebot
lehne ich ab, ohne lange nachzudenken. Schwierig wird es bei
Projekten, die Geld, spannende Kontakte oder etwas zu lernen
versprechen. In dieser Rechnung fehlt meistens die Frage, womit
ich eigentlich bezahle: nicht nur mit Arbeitsstunden, sondern mit
Aufmerksamkeit, mit Energie am Abend und mit den Dingen, die
liegen bleiben.
Ich spreche darüber, warum es früher richtig war, Möglichkeiten
ernst zu nehmen, als ich neben meiner Festanstellung mit YouTube
angefangen habe. Heute, mit Unternehmen und Familie, sieht das
anders aus. Es geht auch darum, wie schnell Zeit, die durch
bessere Planung oder Automatisierung frei wird, sofort wieder
verplant ist. Und darum, wie leise aus Begeisterung eine
Verpflichtung wird.
Dabei stelle ich mir unter anderem diese Fragen: Würde ich diese
Möglichkeit auch wollen, wenn niemand davon erfährt? Freue ich
mich auf die Arbeit selbst oder nur darüber, gefragt worden zu
sein? Was müsste ich absagen, wenn ich zusage? Und wie hält man
es aus, nie zu erfahren, wohin eine Tür geführt hätte?
Vielleicht lohnt sich vor der nächsten Zusage eine einfache
Frage: Wofür hattest du deine Zeit eigentlich schon vorgesehen?
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