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Mit einem Vorurteil räumt Pathologe PD Dr. Sebastian Försch gleich
zu Beginn auf: „Wenn die Menschen an Pathologie denken, dann denken
sie überwiegend an Obduktionen. Aber wir machen viel, viel mehr:
Über 98 Prozent unserer Zeit befassen wir uns mit der Analyse von
Zellen und Geweben von lebenden Patientinnen und Patienten.“ Da ist
es nicht verwunderlich, dass Sebastian Försch sich im Gespräch mit
Ralf Kiesslich als „Gewebedetektiv“ bezeichnet und sagt: „Wir sind
damit ein zentraler Bestandteil der modernen Medizin.“ Sein
Plädoyer für die Pathologie: „Es ist ein enorm vielfältiges, ein
enorm spannendes Fach. Wir machen in Mainz 500 bis 1.000
Einzelanalysen am Tag, da gleicht kein Fall dem anderen und das
Spektrum reicht von Normalbefunden bis hin zu bösartigen
Tumorerkrankungen.“ Angesichts dieser Zahlen liegt es nahe, die
Rolle der Künstlichen Intelligenz in der Pathologie zu
thematisieren – ein echtes Steckenpferd von Sebastian Försch: „Wir
forschen zu dem Thema und haben drei Teilbereiche identifiziert,
von denen wir denken, dass man mit KI die Medizin noch besser
machen kann.“ Demnach kann die KI helfen, die Routinediagnostik der
vielen Tausend Proben schneller und effizienter zu machen sowie in
den Gewebeproben versteckte Informationen aufzuspüren und für eine
Prognose zu nutzen. Im Sinne einer personalisierten Medizin kann
die KI laut Sebastian Försch zudem dabei unterstützen
herauszufinden, welche Personen auf eine spezifische Therapie
womöglich ansprechen – oder auch nicht. „Die Erkenntnisse unserer
Forschung nun in die Klinik zu bringen, so dass Kolleginnen und
Kollegen, Patientinnen und Patienten ultimativ davon profitieren
können“, das ist Sebastian Förschs Vision für die nächsten zehn
Jahre. Er ist überzeugt: „Jetzt ist die entscheidende Phase!“
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„Der Gewebedetektiv“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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