Heute reden wir über Co-Abhängigkeit, dieses umstrittene
Phänomen, das manche Menschen zu befallen scheint, die mit
Suchtkranken zusammen leben. Co-Abhängigkeit heißt für die einen,
sich in einem vollkommen normalen Maß um eine andere Person zu
sorgen und zu verzweifeln, wenn sie sich selbst verletzt, während
die anderen darin eine obsessive Besessenheit von den Problemen
anderer Leute sehen, in die Co-Abhängige sich verstricken, um
sich nicht mit sich selbst beschäftigen zu müssen. Die Frage ist:
Gibt es Co-Abhängigkeit überhaupt und wenn ja, was ist das genau?
Wie ist das Konzept entstanden? Schadet der Begriff »co-abhängig«
mehr als er nützt? Was gibt es für Alternativen im Umgang mit
Angehörigen von Suchtkranken und wie kommt es, dass ein Modell
mit Wurzeln in der 12-Schritte-Kultur der Dreißiger und einer
Blütezeit in der Selbsthilfekultur der Siebziger Jahre heute
unter Lifestyle-Psycholog:innen auf TikTok und Instagram wieder
so rasend angesagt ist?
Quellen
Co-Abhängigkeit – ein hilfreiches Konzept?
Alfred Uhl, Alexandra Puhm, 2007
https://www.researchgate.net/publication/258697484_Co-Abhangigkeit_-_ein_hilfreiches_Konzept
The Lived Experience of Codependency: an Interpretative
Phenomenological Analysis
Ingrid Bacon, Elizabeth McKay, Frances Reynolds & Anne
McIntyre, 2018
https://link.springer.com/article/10.1007/s11469-018-9983-8
Conceptual Models of Families Affected by Addiction and
the AFINet Approach
Richard Velleman, Torkel Richert, Gallus Bischof & Alicia S.
Ventura, 2025
https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-031-82583-5_3
Schluss mit der Co-Abhängigkeit
Melody Beattie, 1986
Codependency Is a Toxic Myth in Addiction
Recovery
Maia Szalavitz, 2022, New York Times
Loving an Addict, While Caring for Myself: Readers react
to a guest essay critical of the concept of codependency and
tough love
New York Times, 2022
Patterns and Characteristics of Codependence
coda.org
Webseite Al-Anon Familiengruppen
al-anon.de
Co-Dependency in 45 Seconds
Nathalia Christensen @nathaliachristensen
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