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Am Dienstag hat Donald Trump am Rednerpult der Vereinten Nationen
Kuba einen „absolut gescheiterten Staat" genannt, worauf
kubanische Delegierte den Saal verließen, er hat zum Iran
öffentlich die Frage gestellt, ob er eine Einigung schließen oder
„die Islamische Republik vernichten" solle, „und zwar schnell",
er hat die amerikanische Militäroperation in Venezuela mit dem
alten Satz beschrieben, dem Sieger gehöre die Beute, und er hat
angekündigt, künstliche Intelligenz solle in
US-Regierungsdokumenten künftig „Super Intelligence" heißen.
Diese Folge sammelt die Aussagen nicht als Kuriositäten, sie
fragt, was darauf geantwortet hat, mit den drei
Beobachtungs-Fragen der Weltbühnen-Folge vom Montag: Wo reagiert
der Saal, wer fehlt, was läuft parallel? Schon die erste Antwort
hat es in sich, denn neben Kubas Delegierten verließ auch der
Großteil der iranischen Delegation den Saal, und die Folge stellt
diese Bilder in eine Reihe, die zu denken gibt: 2018 lachten
Delegierte über Trumps Eigenlob, 2025 blieb der Saal überwiegend
still, 2026 wird gegangen.

Dagegen stand am selben Dienstag das Gegenprogramm: António
Guterres nutzte seine letzte große Rede vor der
Generalversammlung für eine Abrechnung, „Genug ist genug" zu den
Kriegen des Nahen Ostens, Waffenruhen, die oft kaum mehr waren
als „kleinere Feuer", dazu der Satz, dass Afrikas fehlender
ständiger Sitz im Sicherheitsrat „ungerecht und nicht zu
verteidigen" sei. Viele Delegierte verabschiedeten ihn mit
stehendem Applaus, die US-Delegation blieb nach
Beobachterberichten sitzen, ein Detail, das die Woche fast
vollständig erzählt. Dazu Lulas Diagnose, die UNO versage bei
einer ihrer wichtigsten Aufgaben, König Abdullahs
Westjordanland-Sätze über „erzwungene Vertreibung" und Macrons
Formel, es könne keinen Frieden ohne Gerechtigkeit geben. Und
hinter der lauten Bühne die leisere Wirklichkeit: Am Tag der
Vernichtungsfrage berichtete Trump selbst von drei Stunden
Gesprächen seiner Unterhändler Witkoff und Kushner mit iranischen
Vertretern, die Fortsetzung eines Kanals, der im April in
Islamabad schon einmal 21 Stunden lief. Selenskyj bot nach seinem
Trump-Treffen eine gegenseitige Pause der Angriffe auf
Energieanlagen an, Trump unterzeichnete mit Dänemark und Grönland
ein Abkommen, das seinen eigenen Annexions-Streit vorerst
entschärft, und für die angesetzte KI-Sitzung des Sicherheitsrats
war ausgerechnet Sam Altman als Redner erwartet, während der
Kongress bereits in der Vorwoche mit 220 zu 204 Stimmen, darunter
sieben Republikaner, den Rückzug aus den Kampfhandlungen mit dem
Iran verlangte.

Am Ende steht eine Messung statt einer Empörung: Die Rhetorik
dieses Dienstags war so steil wie an diesem Pult selten, aber sie
ist die Oberfläche eines Betriebs, der darunter erstaunlich
unbeirrt weiterarbeitet, im Saal, der Zustimmung und Widerspruch
sichtbar macht, ohne dass ein Schuss fällt, und in den
Hinterzimmern, in denen dieselben Regierungen, die einander
öffentlich das Äußerste in Aussicht stellen, wieder miteinander
reden. Wer nur die Oberfläche zitiert, verwechselt die Lautstärke
mit der Lage, und solange Drohung und Gespräch noch im selben
Haus stattfinden, hat das Haus seinen Zweck nicht verloren.
Sämtliche Zitate der Folge stehen im Original verlinkt auf der
Episodenseite, manche muss man schwarz auf weiß sehen, um sie zu
glauben.

Mehr Podcasts und Inhalte gibt es unter:

https://48forward.com

Moderation: Daniel Fürg

Produktion: The 48forward Studios (https://48forward-studios.com)
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„Die Zuspitzung“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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