Mehr als 250 Unternehmen in Hamburg proben den
Ernstfall.
Was passiert im eigenen Unternehmen, wenn der Strom nicht nur für
ein paar Minuten, sondern über einen längeren Zeitraum ausfällt?
Welche Prozesse funktionieren noch? Welche Türen lassen sich
öffnen? Wer ist erreichbar? Und wissen die Verantwortlichen
eigentlich, was dann zu tun ist?
Genau darum geht es bei Red Storm Business.
Parallel zur Bundeswehrübung Red Storm Charlie gibt die
Handelskammer Hamburg Unternehmen einen konkreten Anlass, ihre
eigene Krisenvorsorge zu testen. Ursprünglich wären 50
teilnehmende Unternehmen bereits ein Erfolg gewesen. Inzwischen
sind es mehr als 250 – vom Bestatter und der Kita über Apotheken
und Handwerksbetriebe bis zu Beiersdorf und Airbus.
In dieser Folge spreche ich mit Philip Koch,
Geschäftsführer und Leiter des Stabsbereichs Strategie und
International der Handelskammer Hamburg, darüber, warum
die Wirtschaft nicht nur von Krisen betroffen ist, sondern selbst
ein wesentlicher Teil gesellschaftlicher Handlungsfähigkeit ist.
Wir sprechen darüber, wie aus dem gemeinsam mit dem Bundesamt für
Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe entwickelten
Krisenvorsorgeplan nun eine praktische Übung geworden ist. Der
Plan wird inzwischen von zahlreichen Industrie- und
Handelskammern genutzt bzw. verbreitet. Red Storm Business geht
einen Schritt weiter: vom Wissen ins Tun.
Dabei geht es bewusst nicht zuerst um ein militärisches Szenario.
Die Unternehmen beschäftigen sich mit einem längerfristigen
Stromausfall. Denn unabhängig von der Ursache
bleibt für die Geschäftsführung dieselbe Frage: Wie halten wir
die entscheidenden Funktionen unseres Unternehmens aufrecht?
Wir sprechen unter anderem darüber,
warum Krisenvorsorge im ureigenen wirtschaftlichen Interesse
eines Unternehmens liegt,
wie Unternehmen ihre bestehenden Krisenpläne tatsächlich
testen können,
warum schon der Gang mit einer Taschenlampe über das
Firmengelände überraschende Schwachstellen sichtbar machen kann,
welche Rolle Mitarbeitende und ihre tatsächliche
Verfügbarkeit spielen,
warum Unternehmen in einer schweren Lage zunächst stärker auf
die eigene Vorsorge angewiesen sein können,
weshalb Kontakte zu Behörden, Feuerwehr, THW und anderen
regionalen Akteuren vor einer Krise aufgebaut
werden sollten,
und wie aus Unternehmensresilienz schließlich ein Beitrag zur
regionalen und gesellschaftlichen Resilienz
werden kann.
Ein Gedanke aus dem Gespräch bringt Red Storm Business für mich
besonders gut auf den Punkt:
„Die Leute wissen, dass sie was tun müssen. Sie wissen
nicht, wie sie es anpacken sollen.“
Übungen können genau das verändern: aus Beobachtern Handelnde
machen.
Philips konkreter Rat für Unternehmen, die jetzt anfangen wollen:
Schaut zurück auf März und April 2020. Was hat damals
funktioniert? Wo lagen die Schwachstellen? Welche Lösungen habt
ihr entwickelt – und welche davon sind inzwischen wieder
verschwunden? Von dort aus lassen sich Personal, Lieferketten,
Energieversorgung und weitere Abhängigkeiten systematisch
betrachten.
️ Red Storm Business: Hamburgs Wirtschaft probt den
Ernstfall
Philip Koch über Krisenvorsorge, mehr als 250
teilnehmende Unternehmen und warum aus Plänen Übungen werden
müssen. Eine Folge der takeKONTROL-Sonderserie
rund um die Bundeswehrübung Red Storm Charlie.
Bewusst. Bereit. Gemeinsam.
Stärke beginnt mit Klarheit.
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