#38: ️München, 15. Mai 2006. In ihrer Wohnung über dem eigenen
Parkhaus in der Baaderstraße wird die Unternehmerin Charlotte
Böhringer erschlagen. Ihr Neffe, der „Lieblingsneffe“ und
vorgesehene Nachfolger, findet sie am nächsten Abend.
Zwei Tage später wird er festgenommen.2008 verurteilt ihn das
Landgericht München I wegen Mordes aus Habgier und Heimtücke zu
lebenslanger Freiheitsstrafe und stellt die besondere Schwere der
Schuld fest.
Es gibt keine Tatwaffe, kein Geständnis und keinen Augenzeugen.
Die Verurteilung stützt sich auf eine Indizienkette. Er
bestreitet die Tat bis heute.Im Zentrum steht ein Motiv, in dem
Erbrecht und Strafrecht aufeinandertreffen: ein
Millionenvermögen, ein Testament und eine Bedingung, die
vielleicht nie wirksam aufgeschrieben wurde.
In der Folge 38 starten wir unsere Sonderreihe „Erbrecht x True
Crime“. Darin trennen wir sauber, was das rechtskräftige Urteil
festgestellt hat, was die Verteidigung vorträgt und welche Fragen
bis heute offen sind:
Wie funktioniert ein Indizienprozess, und was beweist eine
DNA-Spur wirklich?
Warum ist ein fehlendes Alibi kein Beweis?
Kann man ein Erbe an ein Jurastudium knüpfen?
Wer erbt ohne Testament, und warum haben Neffen keinen
Pflichtteil?
Erbunwürdigkeit nach § 2339 BGB: Warum ließ der Verurteilte ein
Versäumnisurteil gegen sich ergehen?
Wiederaufnahme: Was bedeutet es, dass das LG Augsburg 2024
einen Antrag teilweise für zulässig erklärt hat, und warum ist
das noch kein Freispruch?
Zwei Rechtsanwälte prüfen, was andere True-Crime-Formate nur
erzählen.Mit Rechtsanwältin Nurcan Bayraktar (Erbrecht) und
Rechtsanwalt und Strafverteidiger Sayıl Bayraktar (Strafrecht).
Überzeugt euch die Indizienkette, oder bleiben Lücken? Schreibt
es uns in die Kommentare.
Bitte bleibt respektvoll: Hinter diesem Fall stehen eine getötete
Frau, eine Familie und ein rechtskräftig Verurteilter.
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QUELLEN: Urteil LG München I vom 12.08.2008, Az. 1 Ks 128 Js
10979/06BGH, Beschluss vom 28.04.2009, Az. 1 StR 171/09LG
Augsburg, Pressemitteilung Nr. 6 vom 04.12.2024 zum Beschluss vom
02.12.2024, Az. 8 Ks 103 Js 132505/22Öffentliche
Berichterstattung
️ HINWEIS: Der Verurteilte ist rechtskräftig verurteilt und
bestreitet die Tat. Die Darstellung stützt sich auf das Urteil
und auf öffentliche Berichterstattung. Die Einwände der
Verteidigung geben wir als deren Vortrag wieder. Diese Folge
dient der rechtlichen Information und Unterhaltung und ersetzt
keine Rechtsberatung im Einzelfall.
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