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  4. Zwischen Nutznießern, Digitalisierung und Geld-Verschleudern | Laura zum aktuellen Stand
Dr. Laura Dalhaus trägt diesmal ein Shirt mit der Aufschrift
„Nutznießer“. Schließlich hat Kanzler Merz die Health Care
Professionals genau so bezeichnet. Laura stellt sich deshalb vor
allem eine Frage: Was hat er eigentlich für Berater:innen?

In der vergangenen Woche war sie beim Deutschen Hausärztetag.
Dort hielt der KBV-Vorsitzende Herr Gassen einen Vortrag und
sprach davon, dass die Versorgung der gesetzlich Versicherten vor
einer Zäsur steht. Für ihn muss deshalb auch der
Sicherstellungsauftrag neu bewertet werden.

Denn eines funktioniert auf Dauer nicht: Der Ärzteschaft immer
mehr Pflichten aufzubürden und ihr gleichzeitig die Rechte einer
freien Ärzteschaft zu nehmen.

Auf den neuen Gesundheitsminister Linnemann wartet jedenfalls
eine ziemlich lange To-do-Liste. Die Primärversorgung wird weiter
diskutiert, gleichzeitig steht das GeDIG an – das Gesetz für
Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen. Ärzt:innen
sehen das kritisch, weil Krankenkassen dadurch weitreichenden
Einblick in die Daten ihrer Versicherten erhalten.

Und damit nicht genug: Auch das Pflege-Neuordnungsgesetz und das
Gesundheitssicherstellungsgesetz stehen auf der Agenda. Das
Gesundheitssystem soll resilienter werden und im Katastrophenfall
handlungsfähig bleiben. Nur: Im normalen Alltag steht es bereits
kurz davor, an seine Grenzen zu kommen.

Ein weiteres Highlight für Laura: das Bürokratieabbaugesetz. Was
davon am Ende tatsächlich als Bürokratieabbau übrig bleibt, wird
sich zeigen.

Dann wäre da noch die Notfallreform. Geplant ist unter anderem
eine neue Struktur mit einem zusätzlichen Hausbesuchsdienst rund
um die Uhr. 24/7 also. Die entscheidende Frage: Wer soll das
eigentlich leisten?

Auch die Primärversorgung bleibt politisch auf dem Tisch. Thomas
Ballers, Stellvertreter von Jens Baas, hat die Reihenfolge noch
einmal bekräftigt: digital vor ambulant vor stationär.

Gerade in der Notfallmedizin läuft schon heute vieles über
Flussdiagramme. Damit sind die Chatbots schon überfordert. Dieses
System für noch mehr Beratungsanlässe zu öffnen, ist für Laura
eine Utopie.

Der Digitalisierungswahn der TK hat bereits Konsequenzen:
Hunderte Psychotherapeut:innen haben die TK aus Protest
verlassen. Der daraus entstandene Verlust sollte bei rund vier
Millionen Euro liegen.

Für den nächsten Aufschrei sorgen 15 Krankenkassen: Sie haben bei
Spekulationsgeschäften 1,1 Milliarden Euro verloren. Welche
Krankenkassen betroffen sind, wird allerdings nicht
veröffentlicht. Laura hält genau diese fehlende Transparenz für
fragwürdig.

Gleichzeitig soll eine neue Kommission dafür sorgen, dass die
Pharma-Branche durch Subventionen geschont wird. Patient:innen
dagegen sollen künftig bis zu 15 Euro zuzahlen pro Medikament.

Und irgendwo zwischen all diesen Baustellen verhandeln
Krankenkassen und Kassenärztliche Bundesvereinigung auch noch
über den Orientierungswert.

Auch die Unikliniken bekommen ihr eigenes Kapitel. Laura bringt
einen Fall mit, bei dem ein Medikament für 11.000 Euro pro Monat
verschrieben wurde. Würde ein:e niedergelassene:r Ärzt:in eine
solche Verordnung ausstellen, könnten riesige Regresse drohen.

Genau da liegen für Laura die Hausaufgaben der Politik.

Dann gibt es noch die MVZs. Bei ihnen wird immer
undurchsichtiger, welche Investor:innen eigentlich
dahinterstehen.

Dabei schaffen niedergelassene Praxen Arbeitsplätze und sorgen
für Kaufkraft. Nur scheint genau das in der Politik nicht
besonders viel Aufmerksamkeit zu bekommen.

Praxen selbst müssen übrigens ziemlich transparent sein: Sie
müssen offenlegen, wer sie sind, welche Fachärzt:innen dort
arbeiten und was abgerechnet wird. Für den Medizinischen Dienst
gelten diese Anforderungen nicht in gleicher Weise. Laura fordert
deshalb auch beim MD mehr Transparenz.

Und dann geht es noch um die Krankenkassen selbst. Künftig sollen
sie ihre Versicherten nicht mehr über eine Erhöhung des
Zusatzbeitrags informieren müssen. Das schwächt allerdings den
Wettbewerb zwischen den Kassen – genau den Wettbewerb also, den
die Politik eigentlich wollte.

Zum Schluss spricht Laura über die Wahl in Sachsen-Anhalt. Das
Ergebnis lässt sie fassungslos zurück. Sie kann nicht
nachvollziehen, wie Hass und die Abwertung anderer Menschen
gesellschaftsfähig werden konnten.

Vor allem vor Kolleg:innen zieht sie dabei den Hut.

Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus

Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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