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  4. «Es ist nicht eingebildet.» – ADHS, der Darm und der Vagusnerv
Du hast seit Jahren einen Bauch, der nicht tut, was er soll. Du
warst bei Ärztinnen und Ärzten, es wurde untersucht, und am
Schluss stand jedes Mal: Reizdarm, funktionell, wahrscheinlich
Stress. Und was ankommt, ist: Da ist nichts. Du bildest dir das
ein.

Am 10. September 2026 ist eine Arbeit erschienen, die genau das
widerlegt. Forschende der Universität Warwick haben 23
Untersuchungen aus 11 Ländern zusammengerechnet, mit über 1,9
Millionen Menschen. Das Ergebnis: Menschen mit ADHS haben
deutlich häufiger Magen-Darm-Beschwerden. In dieser Folge erkläre
ich dir, was da gefunden wurde, wie Kopf und Bauch biologisch
zusammenhängen, und was das für deinen Alltag bedeutet. Ich
erzähle dir dabei auch etwas, das ich lange nicht erzählt habe:
Ich war als Kind ständig krank am Bauch, und ich habe diese
beiden Dinge in meinem eigenen Leben jahrzehntelang nie
zusammengelegt.

Wir sprechen darüber:

• Was die Warwick-Studie genau gefunden hat, in Alltagssprache
statt in Fachbegriffen, und warum die stärkste Verbindung
ausgerechnet bei einem Thema liegt, das fast immer als
Erziehungsproblem gedeutet wird

• Was «erhöhtes Risiko» wirklich bedeutet und was es ausdrücklich
nicht bedeutet, damit diese Zahlen dich entlasten statt
beunruhigen

• Der Vagusnerv als Leitung zwischen Kopf und Bauch, und die
Überraschung dabei: rund 80 Prozent der Fasern melden von unten
nach oben, nicht umgekehrt

• Warum Dopamin und Noradrenalin nicht nur im Gehirn arbeiten,
sondern auch im Darm, und warum Verstopfung und Durchfall beide
häufiger sind, ohne dass das ein Widerspruch ist

• Die drei Ebenen, auf denen diese Beschwerden entstehen: die
Biologie, dein ADHS-Alltag mit unregelmässigem Essen und
aufgeschobenen Toilettengängen, und die Medikamente

• Warum ich beim Mikrobiom deutlich weniger verspreche, als du
vielleicht erwartest, und was ich von teuren Darmflora-Tests und
monatelangen Verzichtsdiäten halte

• Warum sich bei manchen Menschen ein ganz normales Bauchgefühl
anfühlen kann wie etwas Ernstes, und warum das nichts mit
Wehleidigkeit zu tun hat

• Drei konkrete Dinge für den Alltag: das lange Ausatmen vor dem
Essen, Regelmässigkeit sichtbar machen statt sie dir merken zu
müssen, und mehr Pflanzenvielfalt ohne daraus ein Projekt zu
machen

Diese Folge ist für dich, wenn du ADHS hast und dazu einen Bauch,
über den nie jemand mit dir geredet hat. Für Eltern, deren Kind
seit Jahren Beschwerden hat und die dafür Blicke ernten. Und für
Fachpersonen, die ab jetzt eine Frage mehr stellen möchten. Du
musst danach nichts umstellen. Es reicht, wenn du beim nächsten
Arzttermin eine einzige Frage mitnimmst.

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DU BRAUCHST UNTERSTÜTZUNG?

Du musst damit nicht alleine bleiben. Im ADHwaS-Fachnetzwerk
findest du geprüfte Coaches, Praxen und Fachpersonen für ADHS,
Autismus und Neurodivergenz, in der Schweiz, in Deutschland und
in Österreich, online und vor Ort. Das Erstgespräch ist
kostenlos.

Fachperson finden: https://adhwas.com/coaches

Alle Angebote: https://adhwas.com

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WICHTIGER HINWEIS

Dieser Podcast ist ein Gespräch, keine medizinische,
psychologische oder therapeutische Beratung. Die Inhalte dienen
der Information und dem Erfahrungsaustausch und ersetzen weder
eine Diagnose noch eine Behandlung. Das gilt besonders für alles,
was in dieser Folge zu Medikation gesagt wird: Änderungen bitte
immer mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt besprechen.

Neue oder sich verändernde Magen-Darm-Beschwerden, Blut im Stuhl,
ungewollter Gewichtsverlust, Fieber oder starke, plötzliche
Schmerzen gehören immer ärztlich abgeklärt.

Wenn du gesundheitliche Beschwerden hast oder dich in einer
belastenden Situation befindest, wende dich bitte an eine Ärztin,
einen Arzt oder eine psychotherapeutische Fachperson.

In einer akuten Krise:

Schweiz 143 (Dargebotene Hand) · Deutschland 0800 111 0 111
(Telefonseelsorge) · Österreich 142 (Telefonseelsorge)

Notruf: 144 (CH) / 112 (EU)
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