Vom Traum, Sportlehrerin zu werden, über das Jurastudium bis an
die Schnittstelle zwischen Politik, Wissenschaft, Innovation und
Künstlicher Intelligenz: Jacqueline Gasser-Beck hat sich immer
wieder neu erfunden. An der Universität St. Gallen verantwortete
sie den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und
Gesellschaft und trieb Innovationsthemen aktiv voran. Nicht
zuletzt, weil ihr die Begeisterung für technische Entwicklungen
bereits als Kind mitgegeben wurde: «Mein Vater war einer der
Ersten, der einen Commodore-Computer hatte. Eigentlich war er
Konditor-Confiseur, aber auch einfach ein Gamer. Angst vor
Technik hatten wir alle nie – wir sind mit Neugier auf das Neue
aufgewachsen.»
Heute verantwortet sie die Koordination der digitalen
Transformation und KI beim Kanton St. Gallen. Gleichzeitig
engagiert sie sich politisch und begleitet Veränderungen, die
unsere Gesellschaft nachhaltig prägen. «Mein Anspruch an
mich ist es, innovativ zu sein, aber nicht zu schnell. Das
allerhöchste Gut in der Verwaltung ist das Vertrauen der
Bevölkerung, und das darf man sich nicht verspielen.»
Doch Veränderung ist für sie weit mehr als ein berufliches Thema.
Im Gespräch erzählt sie von Umwegen, einschneidenden Erlebnissen
und der Kunst, loszulassen. Sie spricht darüber, warum Vertrauen
wichtiger ist als Tempo, weshalb KI den Menschen nie ersetzen
wird und wie sie während ihrer Reise nach Hawaii Dankbarkeit neu
entdeckte. «Für mich hat sich auch körperlich sehr schnell
gezeigt, wie gut mir Hawaii tut. Die Zeit war unglaublich schön …
vielleicht bin ich auch ein bisschen verändert, ein bisschen
hoffnungsvoller zurückgekommen. Es war für mich ein
Neuanfang.»
Gerade deshalb ist sie überzeugt, dass der Mensch auch im
Zeitalter der Künstlichen Intelligenz unersetzlich bleibt: «Wir
haben als Menschen Fähigkeiten, die KI nicht erreichen kann.
Alleine schon, wenn man an instinktive Gefühle denkt – das
Bauchgefühl ist ja etwas, das wir gar nicht erklären und daher
auch nicht mit einer KI nachmachen können. KI kann uns nur
unterstützen.»
Ein Gespräch über Verantwortung, Intuition, Aufbruch – und
darüber, warum die grössten Veränderungen oft dort beginnen,
wo das Leben einen anderen Plan hat.
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