Was Litauen verstanden hat – und Deutschland noch lernen
muss
Irma über Gesamtverteidigung, die Kraft der Zivilgesellschaft und
warum Vorbereitung erst durch Übung funktioniert
Was passiert, wenn eine Gesellschaft ihre Bürgerinnen und Bürger
nicht nur als Menschen versteht, die im Krisenfall geschützt
werden müssen – sondern als aktive Akteure ihrer eigenen
Resilienz und Verteidigungsfähigkeit?
Irma Petraityte-Luksiene kennt Deutschland und Litauen und
beschäftigt sich intensiv mit Verteidigung, gesellschaftlicher
Resilienz und der Rolle der Zivilgesellschaft. Im Gespräch
beschreibt sie, wie anders Gesamtverteidigung in Litauen gedacht
und praktisch vorbereitet wird.
Menschen fragen sich dort:
Welche Fähigkeiten habe ich?
Welche Netzwerke und Ressourcen stehen mir zur
Verfügung?
Und welche Rolle könnte ich übernehmen, wenn es ernst
wird?
Irma berichtet, wie Vereine ihre eigenen Fähigkeiten analysieren,
konkrete Aufgaben für den Krisen- und Verteidigungsfall
entwickeln und anschließend gemeinsam mit staatlichen
Institutionen und anderen Organisationen üben. Ihr eigener Verein
entwickelte auf dieser Grundlage eine Strategie und einen
Aktionsplan und nimmt nach ihrer Schilderung inzwischen an großen
litauischen Mobilisierungsübungen mit zahlreichen staatlichen und
zivilgesellschaftlichen Akteuren teil.
Dabei geht es nicht nur um den einzelnen Menschen. Auch
Unternehmen müssen sich aus Irmas Sicht fragen,
welche Rolle sie im Krisenfall spielen: Wie bleiben sie selbst
handlungsfähig? Welche Leistungen müssen weiter funktionieren?
Und welchen Beitrag können sie dazu leisten, dass Versorgung,
Kommunikation, Transport, Gesundheit, Logistik und damit die
Gesellschaft insgesamt funktionieren?
Eine zentrale Erkenntnis des Gesprächs: Pläne allein
schaffen noch keine Resilienz. Zusammenarbeit muss vorbereitet
und geübt werden.
Das ist auch die Brücke zu Red Storm Charlie in
Hamburg und zur Frage, die takeKONTROL in den kommenden
Tagen beschäftigen wird: Wie handlungsfähig sind Menschen,
Unternehmen und eine ganze Region tatsächlich, wenn aus einem
abstrakten Szenario plötzlich Realität wird? Mehr Informationen
und Berichte zu RedStormCharlie findet ihr hier
Zum Abschluss frage ich Irma, was Deutschland tun müsste, wenn
wir gesellschaftlich resilienter werden wollen.
Ihre drei Antworten sind bemerkenswert klar:
1. Die Bedrohung ernst nehmen.
2. Die Zivilgesellschaft als Akteur ernst nehmen und ihr
etwas zutrauen.
3. Üben. Üben. Üben.
Eine Folge über Verantwortung, Vorbereitung, Unternehmen,
Vereine, Gesamtverteidigung – und vor allem darüber, wie aus
Bewusstsein konkrete Handlungsfähigkeit entstehen kann.
Bewusst. Bereit. Gemeinsam.
takeKONTROL – Stärke beginnt mit Klarheit.
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