13.09.2026 | Christian Benett in der Elim Kirche Geesthacht
Eine schöne, herrliche Predigt, wenn es denn gelingen will" – mit
diesem trockenen Humor eröffnet Christian Benett, von allen
liebevoll „Crischan" genannt, seine Predigt als Ältester der Elim
Kirche Geesthacht. Und tatsächlich nimmt er sich eines der
größten Worte überhaupt vor: die Liebe.
Ein unerwarteter Ausgangspunkt: Otniel
Statt direkt mit einem Liebesgedicht zu starten, führt Crischan
zunächst in das Buch der Richter – zu Otniel, dem allerersten
Richter Israels (Richter 3,7–11). Ein Mann ohne besondere
Ausbildung oder Herkunft, den Gott trotzdem 40 Jahre lang
befähigt, ein ganzes Volk in Frieden zu leiten. Doch als Otniel
stirbt, geht mit ihm auch der Frieden verloren – das Volk kann
sein Vorbild nicht festhalten.
Von dort aus schlägt Crischan einen Bogen zur eigentlichen Frage
des Tages: Woher kommt eigentlich die Kraft, über lange Zeit in
Liebe zu leben – und warum versiegt sie bei uns Menschen oft so
schnell?
Irdische Liebe: ehrlich seziert
Sehr direkt und ohne Umschweife beschreibt Crischan, wie
menschliche Liebe meist funktioniert: geknüpft an Erwartungen, an
ein Gegenrecht („wenn du mich liebst, liebe ich dich auch"), an
Bedingungen oder einen gemeinsamen Zweck – geteilte Miete,
gemeinsame Kinder, ein guter Grund, nicht allein zu sein. Alles
legitim, sagt er, aber eben nicht bedingungslos. Anhand einer
sehr berührenden persönlichen Geschichte von einem alten Ehepaar
– der Mann gebrechlich und fröstelnd, die demenzkranke Frau, die
trotzdem instinktiv aufsteht, um ihn mit ihrer eigenen Decke zu
wärmen – zeigt er, wie nah Liebe und Selbstlosigkeit
beieinanderliegen können, auch wenn der Verstand längst
nachlässt.
Und dann: die Liebe, die nicht aufhört
Der eigentliche Kern der Predigt ist der Kontrast dazu: die Liebe
von Jesus. Bedingungslos, nicht auf Gegenliebe angewiesen, nicht
endlich. Crischan beschreibt eindrücklich die drei Stunden am
Kreuz, in denen sich Gott von seinem eigenen Sohn abwandte – „das
Schrecklichste, was es je gegeben haben muss" – und wie genau
darin, in 1. Korinther 13 und 1. Johannes 4,9, das Motiv sichtbar
wird, das hinter allem steht: „Wir lieben, weil er uns zuerst
geliebt hat." (1. Johannes 4,19)
Warum sich das Hören lohnt
Eine schonungslos ehrliche Analyse dessen, wie zerbrechlich
menschliche Liebe wirklich ist – ohne zynisch zu werden
Eine sehr berührende, unvergessliche Alltagsgeschichte über
eine Liebe, die auch ohne klaren Verstand noch weiß, was zu tun
ist
Eine klare, undramatische Erklärung dessen, was am Kreuz
wirklich geschehen ist – und warum das der größte Liebesbeweis
der Geschichte ist
Der Gedanke, dass dein Name „im Buch des Lebens" mehr Grund
zur Freude sein darf als jedes geistliche Erlebnis
Eine Predigt, die nicht bei Gefühl und Kitsch stehen bleibt,
sondern die Liebe Gottes bis zum Kreuz und darüber hinaus
durchdenkt – herzlich, ehrlich und mit der Einladung, sich selbst
ganz neu geliebt zu wissen.
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