Wie sieht der Unternehmeralltag im Handwerk wirklich aus? In dieser
Folge nehmen wir euch mit durch eine komplette Woche – ohne Filter,
ohne Hochglanz. Unsere Woche beginnt nicht am Montag, sondern am
Sonntag: Planung, Angebote, Rechnungen, Mitarbeiter koordinieren.
Anes sitzt jeden Sonntagmorgen anderthalb bis zwei Stunden mit
seinem Planer da, Abel schreibt alles erst per Hand auf und
spiegelt es dann in den Outlook-Kalender, damit jeder im Team weiß,
wo er am nächsten Tag steht. Seit kurzem läuft bei uns außerdem die
Handwerkersoftware Hero – mit Schnittstellen zu Großhändlern,
Lexoffice und DATEV, Baustellenberichten und Fotos direkt aus der
App. Warum wir trotzdem immer Luft im Kalender lassen? Weil montags
garantiert der Notfall reinkommt, mit dem niemand gerechnet hat.
Und weil unsere Leute nicht Tag für Tag Überstunden schieben
sollen. Danach wird es grundsätzlich: Wie setzt man Prioritäten,
wenn alles gleichzeitig dringend ist? Wir sprechen über Stephen
Coveys „7 Wege zur Effektivität", das Bild mit dem Krug und den
großen Steinen und über den Unterschied zwischen „dringend" und
„wichtig" – zum Beispiel Sport, an dessen Tür niemand klopft, bis
der Arzt es tut. Es geht um Durchhänger und die 5-4-3-2-1-Methode,
um Schlaf, bewusstes Atmen und Meditation, die im Handwerk gern
belächelt wird. Um Weiterbildung, Bücher, Seminare und Netzwerke
wie BNI. Und um den Satz, den Abel seit seiner Ausbildung nicht
mehr loslässt: Du musst nicht arbeiten – du darfst arbeiten.
Work-Life-Balance? Damit tun wir uns schwer. Für uns gibt es keine
zwei Leben, kein „ab 16 Uhr bin ich ein anderer". Freiheit heißt
für uns nicht frei von Arbeit, sondern dauerhaft der Mensch sein zu
dürfen, der man ist – auf der Baustelle, im Büro und zu Hause. Am
Ende landen wir bei der Frage, was uns an diesem Leben am meisten
Spaß macht: aus einer Idee, einem Gefühl und einer Entscheidung ein
echtes Badezimmer zu erschaffen. Und bei der Erkenntnis, dass
Millionen auf dem Konto nichts wert sind, wenn die Gesundheit
fehlt. Eine Folge für alle, die einen Handwerksbetrieb führen,
gerade darüber nachdenken – oder einfach wissen wollen, was hinter
den Kulissen passiert. Handwerk ist nicht Plan B. Handwerk ist
Zukunft.
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