Was würdest du bereuen, wenn morgen plötzlich Schluss wäre?
Gerhard „Geri“ Amacher ist Höhlenforscher, Geologe, Unternehmer
und Abenteurer. Er hat Weltrekorde aufgestellt, Zehntausende
Menschen unter die Erde geführt und Dinge gewagt, die sich die
meisten von uns kaum vorstellen können.
Und trotzdem sagt er heute: Manchmal fehlte ihm der Mut genau
dort, wo er am wichtigsten gewesen wäre – im eigenen Leben.
Fünfeinhalb Jahre nach seinem ersten Besuch beim Stoischen
Piraten ist Gerry zurück. Inzwischen hat er seinen Weltrekord
geschafft und ein Buch geschrieben. Doch gerade der Erfolg
brachte eine überraschende Erkenntnis: Er war erfolgreich
– aber nicht erfüllt.
Aus unserem Gespräch sind mir fünf Gedanken besonders geblieben:
1. Erfolg ist nicht Erfüllung.
Du kannst ein grosses Ziel erreichen, Anerkennung bekommen und
trotzdem merken: Das allein macht noch kein gutes Leben.
2. Das grössere Risiko ist manchmal nicht das Scheitern –
sondern es nie versucht zu haben.
Geri erzählt von Chancen, die er verstreichen liess. Besonders
von einer Reise mit seinem Vater, die nie stattfand. Manche
Möglichkeiten kommen nicht wieder.
3. Wir leben, als hätten wir unendlich viel
Zeit.
Bei einem Beinahe-Unfall am Berg glaubte Geri für einen Moment,
dass er sterben würde. Sein Gedanke galt nicht seinen Erfolgen,
sondern dem letzten Streit mit seiner Frau. Was, wenn das
tatsächlich das letzte Gespräch gewesen wäre?
4. Freiheit bedeutet Selbstbestimmung.
Nicht möglichst viel zu besitzen, sondern entscheiden zu können:
Was will ich tun? Mit wem? Wann? Und vielleicht noch wichtiger:
Was will ich nicht mehr tun?
5. Lebensfreude ist eine Entscheidung.
Wir können nicht alles kontrollieren, was uns geschieht. Aber wir
können entscheiden, wie wir damit umgehen und wie viel
Verantwortung wir für unser eigenes Leben übernehmen.
Wir sprechen über Mut und Reue, Tod und Freundschaft, den
goldenen Käfig, Beziehungen, Führung, Freiheit – und über die
Frage, warum wir wichtige Dinge so oft auf später verschieben.
Gerris neues Buch heisst „Hätte ich doch nur“.
Ein Titel, der auch über diesem Gespräch stehen könnte.
Denn vielleicht ist die entscheidende Frage nicht, was wir eines
Tages erreicht haben.
Sondern:
Was wollen wir nicht eines Tages mit den Worten beginnen
müssen: „Hätte ich doch nur …“?
️ Der Stoische Pirat mit Gerhard Amacher
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