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  4. Die Freimaurer und das Gipfel-Phänomen
Wer kennt das nicht? Nach einer großen Anstrengung, nach einer
Zeit, in der das Erreichen eines Zieles im Mittelpunkt es eignen
Handelns stand, folgt oft auf die Freude eine Phase der
Unsicherheit. Wunderbar ist es, wenn es gelingt, die Freude, die
Fülle des Augenblickes, eine Weile zu genießen, aber irgendwann
taucht unweigerlich die Frage auf: Was kommt jetzt? Alles ist
scheinbar erreicht und ein neuer Plan muss erst entwickelt werden.
In der Freimaurerei ist der Weg durch die drei Grade, Lehrling,
Geselle und Meister, klar strukturiert. Es gibt ein Ziel, eine
Progression, ständige neue Eindrücke und Rituale. Ist der
Meistergrad erreicht, fällt dieser äußere Entwicklungsdruck weg.
Nun beginnt die Zeit, sich selbst immer wieder neue Ziele zu setzen
und die eigentliche Arbeit mit all unseren Werkzeugen zu beginnen.
Dieser Switch von der Lernenden zur Gestalterin geling nicht
automatisch. Wer Freimaurerei vor allem als persönliches
Entwicklungs- und Selbsterfahrungstool („Arbeit am rauen Stein“)
begreift, gerät nach dem Meistergrad schnell in ein Vakuum, wenn
der Blickwinkel nicht aktiv erweitert wird. Der Fokus muss sich vom
Aufnehmen, der Selbstbetrachtung, zum Geben, zum Dienst an der
Gemeinschaft und der Weitergabe verschieben. Schafft eine Schwester
diesen Perspektivwechsel nicht, wirkt die Arbeit plötzlich
repetitiv. Vielleicht ist dies ein Grund, warum auch wir in der
Freimaurerei gelegentlich eine Situation beobachten müssen die in
der Psychologie das Gipfel-Phänomen genannt wird. Einige Schwestern
und Brüder verlieren wenige Jahre nach der Erhebung die Freude an
der Begegnung und damit die Bindung an ihre Loge.
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„Die Freimaurer und das Gipfel-Phänomen“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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