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Bist du lebendig – oder nur aktiviert?

Wir leben in einer Welt, die Aktivität mit Lebendigkeit
verwechselt.

Dynamisch sein. Leistung bringen. Sport machen. Sich
weiterentwickeln. Reisen. Informationen konsumieren. Nachrichten
beantworten. Social Media scrollen. Immer etwas erleben. Immer
auf dem nächsten Reiz sein.

Aber wie viel davon ist tatsächlich Lebendigkeit – und wie viel
ist Aktivierung unseres Nervensystems und damit Stress?

In dieser Folge schauen wir genauer hin: auf Arbeit und
Selbstoptimierung, auf unsere Kinder, unseren Umgang mit
Informationen und Social Media, auf Konsum, Beziehungen und
besonders auf Dating. Denn manchmal fühlt sich Stress erstaunlich
ähnlich an wie Leidenschaft. Unsicherheit kann sich wie „Chemie“
anfühlen. Und ein Mensch, bei dem wir uns eigentlich sicher
fühlen könnten, wirkt plötzlich langweilig – vielleicht nicht,
weil etwas fehlt, sondern weil der Alarm fehlt.

Dabei geht es nicht darum, Aktivierung oder intensive Erfahrungen
schlechtzureden. Lebendigkeit kann laut, leidenschaftlich,
körperlich und voller Energie sein. Der entscheidende Unterschied
liegt vielleicht woanders:

Kann ich aktiviert sein – und danach wieder zurückfinden?

Kann ich arbeiten und anschließend loslassen?

Kann ich lieben, ohne mich in der Beziehung zu verlieren?

Kann ich Informationen aufnehmen und sie auch wieder verdauen?

Kann ich mit einem Menschen sein, ohne ständig etwas sagen oder
erleben zu müssen?

Kann ich einfach da sein, ohne mich sofort beschäftigen,
optimieren oder stimulieren zu müssen?

Vielleicht ist Lebendigkeit nicht die Menge dessen, was in
unserem Leben passiert.

Vielleicht ist sie die Fähigkeit, wirklich anwesend zu sein.

Und vielleicht wartet unter all der Aktivierung etwas ganz
Einfaches auf uns:

Ich bin hier.

Ich bin da.

Ich muss gerade nirgendwo anders hin.
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„Folge 12: Stress - Ein gewünschter Zielzustand?“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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