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  4. #74 Imke Brammer-Rahlfs – Brauchen wir in der Führung viel Testosteron?
„Angst macht dumm.“ Dieser vermeintlich simple Satz birgt die
wohl größte Wahrheit über moderne Unternehmenskultur: Wo Druck
und Angst herrschen, kollabiert die Entscheidungsqualität. Imke
Brammer-Rahlfs, Vorstandsvorsitzende der Uelzener Versicherungen,
plädiert für ein radikales Umdenken in den Chefetagen. Führung
braucht kein Testosteron, sondern Wirksamkeit, Klarheit und
Empathie.

Für Imke bedeutet Führung im Kern „Dienen“ – die aktive
Gestaltung eines Umfelds, in dem Mitarbeitende ihre Fähigkeiten
voll entfalten können. Das verlangt, mit dem historischen Dogma
zu brechen, dass die Führungskraft fachlich stets am besten
aufgestellt sein muss. In einer komplexen Welt führt dieser
patriarchale Anspruch unweigerlich ins Scheitern. Stattdessen
zeichnet sich eine Zukunft ab, in der disziplinarische Führung
und fachliche Spezialisierung konsequent entkoppelt werden.

Diese Entwicklung wird durch den Einzug künstlicher Intelligenz
drastisch beschleunigt. Wenn KI-Agenten künftig Routineaufgaben
übernehmen und Datenfluten bändigen, wandelt sich die Rolle des
Menschen: Er wird vom Ausführenden zum strategischen
Orchestrator. Führungskräfte müssen diesen technologischen und
kulturellen Wandel moderieren. Das gelingt jedoch nur, wenn die
Belegschaft technologische Assistenz nicht als Bedrohung, sondern
als Befreiung begreift. Letztlich entscheidet nicht die
Technologie über den Erfolg einer Organisation, sondern ihre
psychologische Sicherheit und die Fähigkeit, im ständigen Wandel
stabil zu bleiben.

Zu Gast: Imke Brammer-Rahlfs,
Vorstandsvorsitzende der Uelzener Versicherungen

Foto: Nicole Schick

Der Philosoph wird ermöglicht durch unseren Zukunftspartner
Concentrix.

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„#74 Imke Brammer-Rahlfs – Brauchen wir in der Führung viel Testosteron?“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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