An jenem Morgen, in Lilas Kita, ist der Himmel ganz grau mit
einem kleinen frischen Wind: ein echtes Mantelwetter. Und genau
da klatscht Frau Lou in die Hände: Man spielt draußen, unter dem
Vordach! Jeder rennt los, seinen Mantel am Haken zu holen. Lila
zieht ihren schönen gelben Mantel an, ein Ärmel, dann der andere.
Es bleibt nur noch eine Sache zu tun: den Reißverschluss
zumachen. «Und das kann ich ganz allein, wie eine Große.»
Nur ist der Reißverschluss nicht einverstanden. Er klemmt, er
hakt, er weigert sich hochzugehen. Lila zieht, zieht noch mehr,
ärgert sich ein bisschen… aber nichts zu machen. Und da kommt der
große Kloß im Hals hoch, dieses Weinen-Wollen, wenn man es nicht
schafft und man doch so sehr gesagt hatte, dass man groß ist. Um
Hilfe zu bitten, das ist fast noch schwerer als der
Reißverschluss.
Da lernt Lila, ganz sanft, etwas sehr Wichtiges: um Hilfe zu
bitten heißt nicht, ein Baby zu sein, es ist sogar sehr schlau.
Sie geht zu Frau Lou, die den Reißverschluss nicht an ihrer
Stelle zumacht, sondern ihr ZEIGT: Man hält das untere Ende gut
fest, man richtet aus, man zieht gerade nach oben. Und beim
nächsten Mal schafft es Lila fast ganz allein. Dann hilft sie
sogar Noé, ihrerseits.
Diese Geschichte hilft deinem Kind zu verstehen, dass man es
nicht gleich beim ersten Mal schaffen muss und dass um Hilfe zu
bitten eine Stärke ist, keine Schwäche. Sie zeigt auch die schöne
Kette der gegenseitigen Hilfe: Man bekommt eine helfende Hand,
dann gibt man selbst eine weiter. Eine wertvolle Botschaft über
Ausdauer und Zusammenhalt.
Und als der gelbe Mantel endlich schön bis zum Kinn zugemacht
ist, ganz warm, saust Lila los, um unter dem Vordach zu spielen,
stolz auf sich und stolz, Noé geholfen zu haben. Der Tag endet
gut gelaunt, und die Geschichte legt sich ganz sanft nieder,
genau rechtzeitig, um die Augen zu schließen.
Frau Lou schimpft nicht mit Lila und macht den Reißverschluss
nicht an ihrer Stelle zu: Sie zeigt ihr, wie es geht, damit sie
es beim nächsten Mal ganz allein schafft. Einem Kleinen zu
helfen, zu lernen, statt es an seiner Stelle zu tun, ist der
ganze Geist der Tilibou-Gutenachtgeschichten. Und am
Garderobenhaken warten die Schildchen mit der kleinen Sonne ganz
brav auf die Rückkehr vom Hof.
Eine sanfte Kita-Geschichte ohne Bildschirm, für die Kleinsten ab
2 Jahren, zum Zuhören zur Schlafenszeit, zum Mittagsschlaf oder
unterwegs. Wie immer bei Tilibou bleibt das Ende ganz sanft, ohne
Musik, um ruhig in den Schlaf zu finden.
Alle Tilibou-Gutenachtgeschichten auf tilibou.com
Tipp: Um eine Welt am Stück zu hören, wähle ihre Staffel
(Noisette, Léo, Cassie, Marin, Tom der Pirat, oder die Staffeln
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