Die fünfte Staffel der Schrifterzähler widmet sich in sieben
Folgen der matthäischen Passionserzählung. Die Evangelien als
Ganze werden zu Recht als Passionsgeschichten mit ausführlicher
Einleitung bezeichnet. In der sechsten Folge der fünften Staffel
wird das von Pilatus gefällte Urteil zum Tod am Kreuz
vollstreckt. Die Kreuzigung war eine grausame Strafe. Der Tod
konnte sich über Tage hinziehen. Die Verurteilten wurden ihrer
Würde beraubt, gedemütigt und dem Sadismus der Henker
ausgeliefert. Für Juden ist klar: Ein Messias kann auf keinen
Fall auf diese Weise sterben.
Die Strafe war so grausam, dass sie römischen Bürgern erspart
bleiben sollte. Alle damals Lebenden wussten, was dieser Tod
bedeutet. Deshalb können die Evangelisten - auch Matthäus - in
ihrer Erzählweise diskret bleiben. Andeutungen genügen ihnen, um
das Grauen dieses Todes, der als Fluchtod oder Tod der
Gottverlassenheit galt, vor Augen zu stellen.
Jesus stirbt mit diesem Schrei am Kreuz: „Mein Gott, mein Gott,
warum hast Du mich verlassen?“ Hat er da etwa den Psalm 22
gebetet? Oder stirbt er mit diesen Worten in dem Bewusstsein
tiefster Einsamkeit und Verlassenheit? Was steckt hinter der
einbrechenden Finsternis? Und was bedeutet das Zerreißen des
Vorhangs im Tempel?
Werner Kleine und Till Magnus Steiner gehen dieser und anderen
Fragen nach und erzählen die Ereignisse um den Kreuzestod Jesu,
auf den alle Evangelien zulaufen, neu. Dabei lesen sie zwischen
den Zeilen und bringen nicht nur neue Perspektiven zur Geltung,
sondern werfen auch einen Blick auf die historischen
Umstände.
Die beiden neuen Schrifterzählungen könnt Ihr auch auf unserer
Homepage nachlesen:
„Ho Mikrós ermittelt - Der zerrissene Vorhang“, von Werner
Kleine
„Ausgebliebene Wunder“, von Till Magnus Steiner
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In der siebten Folge der fünften Staffel folgen wir der
matthäischen Passionserzählung der Passion Jesu weiter und
erzählen Euch dann die Geschehnisse um die Entdeckung des leeren
Grabes und die Begegnung mit dem Auferstandenen neu – seid
gespannt!
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Weiterführende Links:
Werner hat sich der Matthäuspassion bereits in seiner Reihe
„Glaubensinformation“ gewidmet. Die Folge „Das Schicksal des
Propheten - eine Einführung in die Matthäuspassion
(Glaubensinformation)“ vom 13.3.2024 findet ihr bei
YouTube.
Werner hat sich in der Reihe Glaubensinformation bereits
ausführlich mit dem letzten Tag im Leben Jesu befasst. Ihr findet
das Video bei YouTube.
Zur Ambivalenz des Kreuzes, das Christen erst spät als
Zeichen für ihren Glauben entdeckten, hat Werner bereits 2026
einen Beitrag im Blog „Die Verbum“, den er mit Till betreibt,
veröffentlicht. Den Essay findet ihr hier: „Da standen sie und
konnten auch anders. Oder: Wer sich mit dem Kreuze schmückt, ist
noch lange kein Bekenner“.
Immer noch ein Standardwerk eines Neutestamentlers zum
letzten Tag Jesu ist das Buch „Der letzte Tag Jesu. Die
Ereignisse der Passion“ von Gerhard Lohfink (Freiburg i.Br.
1989)
Der archäologische Fund einer durchnagelten Ferse bestätigt
die Praxis der Kreuzigung. Näheres dazu findet sich in einem
Beitrag bei spektrum.de.
Und das Gedicht am Ende der Folge stammt von Christina Busta
und trägt den Titel „Späte Aufzeichnungen über Simon von Cyrene“.
Ihr findet es in: Christina Busta, Wenn Du das Wappen der Liebe
malst, Otto Verlag 31995.
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