Herbert Schnitzer junior ist mit dem Motorsport
aufgewachsen. Sein Vater Herbert Schnitzer, seine Onkel Charly
und Dieter Lamm, die Mechaniker und Rennfahrer von
Schnitzer Motorsport gehörten für ihn schon als
Kind ganz selbstverständlich zum Alltag. Roberto Ravaglia,
Joachim Winkelhock, Johnny Cecotto oder Steve Soper waren keine
unerreichbaren Stars, sondern Menschen, denen er im Fahrerlager
begegnete.
Trotzdem sollte sein eigener Weg nicht einfach direkt in den
Familienbetrieb führen. Herbert studierte Fahrzeugtechnik,
sammelte Erfahrungen bei BMW Motorsport, Phoenix Racing und
anderen Stationen und arbeitete als Ingenieur, bevor er nach
Freilassing zurückkehrte. Dort übernahm er zunehmend
Verantwortung und sollte schließlich die Nachfolge des legendären
Charly Lamm antreten.
In diesem sehr persönlichen Gespräch erzählt Herbert von einer
außergewöhnlichen Familie und davon, warum Schnitzer Motorsport
über Jahrzehnte weit mehr war als nur ein erfolgreiches Rennteam.
Er spricht über Charlys Perfektionismus, Dieters unglaubliches
Organisationstalent und seinen Vater Herbert als Ruhepol der
Mannschaft. Über große Siege in Le Mans, auf dem Nürburgring und
in Macau, aber auch über Weißbier im Fahrerlager, eine
„Emergency-Halbe“ im Werkzeugkasten und einen McLaren F1 GTR, den
man besser doch gekauft hätte.
Besonders eindrücklich wird das Gespräch, als Herbert von seiner
eigenen Zeit bei Schnitzer erzählt: von der Veränderung der
Zusammenarbeit mit BMW, der Übergabe durch Charly Lamm und dessen
völlig überraschendem Tod nur wenige Wochen später. Plötzlich
musste er den Rennstall ohne den Mann führen, der ihm versprochen
hatte, bei jedem Problem jederzeit erreichbar zu sein.
Wenig später beendete BMW die jahrzehntelange
Werksteam-Zusammenarbeit. Ausgerechnet Herbert junior musste
schließlich die Auflösung des Rennstalls organisieren, mit dem
seine Familie mehr als ein halbes Jahrhundert
Motorsportgeschichte geschrieben hatte.
Heute arbeitet er außerhalb des Motorsports. Doch vieles, was er
bei Schnitzer gelernt hat, prägt ihn bis heute: Verantwortung
übernehmen, improvisieren, gemeinsam Lösungen finden – und die
Überzeugung, dass Aufgeben keine Option ist.
Ein Gespräch über Motorsportgeschichte, Familie, Verlust,
Neuanfang – und darüber, was vom Namen Schnitzer bleibt.
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