Es gibt Momente, in denen wir ganz genau spüren, was sich für uns
eigentlich wahr anfühlt. Eine leise Stimme in uns weiß, was wir
brauchen, was wir wollen oder welchen Weg wir gehen möchten. Und
trotzdem entscheiden wir uns immer wieder dagegen.
Nicht, weil wir unsere Wahrheit nicht kennen. Sondern weil etwas
im Außen wichtiger erscheint: Anerkennung, Sicherheit, Status,
Besitz, Erwartungen oder die Angst, jemanden zu verlieren bzw.
alleine zu sein.
In der einzelnen Situation fühlt sich das oft gar nicht besonders
schmerzhaft an. Wir machen einen kleinen Kompromiss. Sagen einmal
nicht, was wir wirklich denken. Bleiben in einer Situation, die
sich nicht mehr stimmig anfühlt. Wählen den sicheren Weg statt
unseres eigenen. Und gehen damit ein kleines Stück von uns selbst
weg.
Doch wenn wir das immer wieder tun, entsteht etwas.
Wir verlassen uns selbst immer mehr – Stück für Stück.
Und irgendwann sind es nicht mehr nur kleine Teile. Wir haben uns
so weit von unserer inneren Wahrheit entfernt, dass wir beginnen,
die entstandenen Lücken im Außen füllen zu wollen. Wir suchen
Erfüllung im Beruf, in Beziehungen, in Besitz, Erfolg,
Anerkennung oder darin, für andere wichtig zu sein. Wir hoffen,
dass etwas oder jemand von außen wieder ganz macht, was wir
selbst immer weiter verlassen haben.
Und so kann ein regelrechter Abwärtsstrudel entstehen: Wir
entfernen uns von uns selbst, suchen die fehlende Verbindung im
Außen – und treffen dabei erneut Entscheidungen, die uns noch
weiter von unserem eigenen Herzen wegführen.
Doch vielleicht liegt genau hier auch der Weg zurück.
Nicht darin, sofort unser ganzes Leben zu verändern. Nicht darin,
alles loszulassen, was wir aufgebaut haben. Sondern zunächst
darin, unserer inneren Stimme wieder Raum zu
geben.
Zeit. Aufmerksamkeit. Halt.
Ihr wieder zuzuhören, ohne sofort handeln zu müssen.
Wahrzunehmen, was in uns lebt, was wir brauchen und wonach wir
uns wirklich sehnen.
Denn vielleicht müssen wir die Lücken in uns nicht im Außen
füllen.
Vielleicht möchten sie uns vielmehr daran erinnern, wo
wir selbst aufgehört haben, bei uns zu sein.
Diese Folge ist eine Einladung, genau dort hinzuschauen – und
ganz behutsam wieder den Weg zu sich selbst zu beginnen.
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