In Folge 1 spricht Thomas Steierer mit der Schriftstellerin
Annegret Liepold und dem Autor, Kulturjournalist und
Literaturkritiker Andreas Bernard über schwierige Schreibanläufe,
die Balance zwischen Brotjob und Zeit fürs literarische Schreiben
und worauf es heutzutage beim Veröffentlichen teilweise ankommt:
dass manche Schreibende Literaturagenturen erst kontaktieren, wenn
sie 50.000 Follower auf Social Media haben. Zudem kommt die
Abbildbarkeit von Erlebtem zur Sprache, und Annegret und Andreas
sprechen über Romane, die sie nachhaltig beeindruckt und geprägt
haben: darunter „Madame Bovary“ von Gustave Flaubert,
„Menschenkind“ (engl. Originaltitel „Beloved“) von Toni Morrison,
„Allegro Pastell“ von Leif Randt sowie die Werke von Roland Barthes
(u.a. „Tagebuch der Trauer“ und „Fragmente einer Sprache der
Liebe“), Walter Benjamin und Georges Simenon. Leserinnen und Leser
erklären anhand ihrer Lieblingsromane „Die Vegetarierin“ von Han
Kan, „Auf allen Vieren“ von Miranda July und „Die Korrekturen“ von
Jonathan Franzen, worauf es für sie literarisch ankommt. Gäste:
Annegret Liepold (*1990 in Nürnberg) studierte Komparatistik und
Politikwissenschaften in München und Paris. Sie arbeitet im
Münchner Literaturhaus und hatte eine Schreib-Residency in der
Monacensia inne. Für ihre literarischen Texte sowie ihren
Debütroman „Unter Grund“ (2025) wurde sie mehrfach ausgezeichnet,
darunter mit dem Literaturstipendium der Landeshauptstadt München
und dem Debütpreis des Harbour Front Literaturfestivals. Andreas
Bernard (*1969 in München) ist Autor, Journalist und
Kulturwissenschaftler. Nach Stationen bei der SZ, FAZ und DIE ZEIT
schreibt er heute für den SPIEGEL. Zudem lehrt er als Professor an
der Leuphana Universität Lüneburg. Er veröffentlichte u.a. den
Roman „VORN“, seine Dissertation über die Geschichte des Aufzugs
sowie die autobiografischen Bücher „Wir gingen raus und spielten
Fußball“ und „Der Trost der Flipper“. 01:26 – Schreibmotivation
& Anfänge Annegret Liepold über Schreibanlässe (Aufwachsen auf
dem Land, Dorfleben, Nazitreffen), literarische Anfänge an der
Bayerischen Akademie des Schreibens und Hürden beim Finden der
passenden Form. 10:19 – Lesung aus „Unter Grund“ Annegret Liepold
liest aus ihrem Romandebüt: Protagonistin Franka besucht das Grab
ihres Vaters und erinnert sich an ihn sowie ihre Großmutter („Die
Füchsin“). 14:29 – Literaturkritik & Brotjob Andreas Bernard
über Bewertungskriterien von Literatur, die Balance zwischen
Journalismus und freiem Schreiben sowie seine ersten Notizen
zwischen den Zeilen von Peter Handkes „Das Gewicht der Welt“. 24:54
– Lesung aus „Laufende Ermittlungen“ Andreas Bernard liest über den
Verlust der alten Telefonnummer nach dem Tod seines Vaters. 29:10 –
Kritik, Mut & Social Media Austausch über Literaturkritik und
Schriftstellerei auf Augenhöhe, finanzielle Unsicherheit im
Autorinnenberuf und die zunehmend strategische Ausrichtung (z.B.
Followerzahlen). 32:43 – Romanprojekt „Immer weiter“ Thomas
Steierer stellt sein tragikomisches Projekt vor. Andreas Bernard
ergänzt augenzwinkernd: Bei realen Vorbildern im Roman braucht man
manchmal einen guten Anwalt. 34:25 – Das Ringen um die Balance
Kurze Fortsetzung der Diskussion von Annegret Liepold und Andreas
Bernard über die Balance zwischen Broterwerb, Schreibzeit und
finanzieller Absicherung. 35:46 – Leser-Stimmen Evi und Michael
berichten anhand von Romanen (Han Kan: „Die Vegetarierin“, Miranda
July: „Auf allen Vieren“, Jonathan Franzen: „Die Korrekturen“), was
eine packende Geschichte und gute Sprache für sie ausmacht. 39:32 –
Prägende Bücher & die Grenzen des Schreibens Annegret Liepold
und Andreas Bernard sprechen über prägende Werke von Autorinnen und
Autoren (Gustave Flaubert, Toni Morrison, Leif Randt, Roland
Barthes, Walter Benjamin, Georges Simenon) und diskutieren über die
Darstellbarkeit von Trauer und Autofiktion. 48:58 – Verabschiedung
Danksagung und Ausklang der Folge. Folge 2 wird am 18. September
2026 zu hören sein.
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