Große Hitze belastet nicht nur den Kreislauf. Eine Hitzewelle
kann auch verändern, wie Medikamente im Körper wirken und wie gut
sie vertragen werden. Blutdruckabfall, Flüssigkeitsverlust,
Nierenprobleme oder Unterzuckerungen können dadurch
wahrscheinlicher werden. Besonders ältere Menschen und Menschen,
die mehrere Medikamente einnehmen, sollten deshalb wissen, worauf
sie bei hohen Temperaturen achten müssen.
In dieser Episode meines Podcasts „Fragen Sie Ihren Arzt und
Apotheker“ erkläre ich, welche Medikamente bei Hitze besondere
Aufmerksamkeit erfordern. Dazu gehören Blutdruckmedikamente und
Entwässerungstabletten, Schmerzmittel wie Ibuprofen und
Diclofenac, Insulin und andere Diabetesmedikamente sowie
bestimmte Medikamente gegen Depressionen, Schlafstörungen und
andere psychische Erkrankungen. Auch bei Lithium und
Wirkstoffpflastern kann Hitze eine besondere Rolle spielen.
Warum kann der Blutdruck bei Hitze stärker absinken als gewohnt?
Weshalb kann die Kombination aus Flüssigkeitsmangel und
bestimmten Schmerzmitteln die Nieren belasten? Warum kann Insulin
bei Wärme schneller aufgenommen werden? Und welche Medikamente
können sogar die Fähigkeit des Körpers beeinträchtigen, sich
durch Schwitzen abzukühlen?
Sie erfahren außerdem, wie Medikamente bei Hitze richtig gelagert
werden, warum das heiße Auto ein ungeeigneter Aufbewahrungsort
ist und was bei kühlpflichtigen Medikamenten wie Insulin zu
beachten ist.
Ein weiterer Schwerpunkt sind die praktischen Konsequenzen:
Welche Warnzeichen sollten Sie ernst nehmen? Wann kann es
sinnvoll sein, Blutdruck oder Blutzucker häufiger zu
kontrollieren? Was sollten Sie bei starkem Flüssigkeitsverlust
durch Schwitzen, Durchfall oder Erbrechen beachten? Und warum
sollten Sie Ihre Medikamente während einer Hitzewelle niemals
eigenmächtig absetzen oder die Dosis verändern?
Grundlage ist unter anderem die neue CALOR-Liste für
hitzesensible Medikamente, die Ärzten und Apothekern helfen soll,
Arzneimittel zu erkennen, bei denen während einer Hitzewelle
besondere Aufmerksamkeit erforderlich sein kann. Denn eine
pauschale Regel für die Dosisanpassung bei hohen Temperaturen
gibt es nicht.
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