Heike Boldt will im Gespräch vor allem eines: Konsequenz.
Die Gewerkschaftssekretärin tritt für Die Linke zur Oldenburger
Oberbürgermeisterwahl 2026 an – mit einem antifaschistischen,
antirassistischen Profil und der klaren Ansage, dass gute Politik
Geld kostet.
Warum reicht es nicht, im Wahlkampf mehr Kitaplätze zu fordern?
Und wie prägt eine Kindheit in Ostberlin und der Bruch der
Wendezeit den Blick auf Gemeinschaft und Zusammenhalt?
In der dritten Folge von „Oldenburg, wie ist die Lage?" spricht
Lars Maushake mit Heike Boldt über ihren Weg von den Jusos über
die ver.di-Jugend zur Linken – und darüber, was sie von der SPD
unterscheidet, obwohl beide dieselben drei Schwerpunkte nennen.
Boldt erklärt, warum die Antwort für sie nicht auf der Ausgaben-,
sondern auf der Einnahmenseite liegt: Vermögensabgabe,
Erbschaftssteuerreform und eine gerechtere Verteilung zwischen
Bund, Ländern und Kommunen. Wer bestellt, muss auch bezahlen.
Außerdem geht es um kommunalen Wohnungsbau mit dauerhafter
Sozialbindung, die Kita als Teil der frühkindlichen Bildung statt
als Aufbewahrung, ein besser vernetztes Busangebot und
barrierefreie Wege für Rollstühle, Rollatoren und Kinderwagen.
Beim Stadionneubau kritisiert sie das Verfahren, entwickelt aber
die Perspektive vom Stadion als Nachbarschaftsprojekt. Zum
Schluss wird das Thema nachgeholt, das im Wahlkampf oft
untergeht: Migration und Integration.
Kapitelmarken (Springe direkt zu den Themen):
(00:00) Intro: Heike Boldt über die, die den Reichtum in
Deutschland tatsächlich erarbeiten
(00:50) Begrüßung & Vorstellung der Linken-OB-Kandidatin und
Gewerkschaftssekretärin
(02:11) Politische Lage: Das Reformpapier, schlaflose Nächte und
die Frage „Ist das euer Ernst?"
(03:09) Kindheit in Ostberlin: Hausgemeinschaft,
Völkerverständigung und antifaschistische Erziehung
(05:15) Wendezeit: Wenn Abschlüsse nicht mehr anerkannt werden
und Eltern ganz von vorn anfangen
(07:38) Ausbildung zur Verlagsbuchhändlerin: Die JAV-Gründung und
eine Lektion über eigene Rechte
(10:30) Erste Schritte in die Politik: Schülersprecherin, ein
Onlineforum und der Weg zu den Jusos
(13:40) Von der SPD zur Linken: WASG, der abgelehnte
Mindestlohnantrag und der Wertekompass
(15:57) Was Linkssein bedeutet: Soziale Gerechtigkeit, Macht
benennen und „radikal sozial"
(17:47) Vergesellschaftung konkret: Wohnungskonzerne,
Genossenschaften und die Autoindustrie
(19:30) Drei Themen für Oldenburg: Kommunaler Wohnungsbau,
Sozialbindung und Kita als Bildungsort
(23:03) Mobilität und Barrierefreiheit: Querverbindungen im Bus,
kostenfreier ÖPNV und sichere Fußwege
(27:17) Unterschied zur SPD: Konsequenz bei Sozialquote,
Kita-Standards und Ausbildungsvergütung
(30:09) Haushalt und Einnahmen: Vermögensabgabe, Erbschaftssteuer
und die Finanzierung der Kommunen
(35:47) Verwaltung und Personal: Effizienz durch Zuhören statt
Stelleneinsparungen, Chancen der Digitalisierung
(40:20) Die ersten 100 Tage: Gespräche mit den Beschäftigten,
Tariflandschaft und gekürzte Initiativen
(46:03) Stadionbau: Kritik am Verfahren, ehrliche Kostenplanung
und die Idee vom Nachbarschaftsprojekt
(51:39) Bürgerbeteiligung: Wie man Menschen erreicht, die von
Politik längst abgehängt sind
(53:47) Migration und Integration: Seebrücke, Sprachkurse und die
Verantwortung der Wirtschaft
(55:41) Abschluss und Ausblick
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