In Folge 4 meiner persönlichen Hörbuch-Reihe im Anonym Suchthilfe
Podcast erzähle ich von der Zeit, in der mein Körper längst Alarm
geschlagen hat — aber ich trotzdem weitergemacht habe.
Herzrasen.
Atemnot.
Brustschmerzen.
Krämpfe.
Zusammenbrüche.
Krankenhaus.
Krebsverdacht.
Erste Entgiftung.
Therapieabbruch.
Und der Versuch, über MediaMarkt, Computer und Arbeit einen
echten Neuanfang zu schaffen.
Damals dachte ich oft nur:
Ich muss das jetzt aushalten.
Irgendwann ist es vorbei.
Morgen geht es wieder.
Was mich als Kind durch Gewalt, Angst und Hilflosigkeit gebracht
hatte, wurde in der Sucht gefährlich. Denn wenn man gelernt hat,
alles auszuhalten, nimmt man selbst lebensgefährliche Warnzeichen
irgendwann nicht mehr ernst.
Diese Folge erzählt auch von meiner ersten Entgiftung im
LWL-Klinikum Münster, von Menschen, die schon viel weiter
abgestürzt waren als ich, von falschen Vergleichen, von einem
Therapiehaus in Ratingen, aus dem ich nach wenigen Tagen
abgehauen bin — und von Herr Kort, der trotzdem nicht aufgegeben
hat.
Später kam ein echter Neuanfang: MediaMarkt, Computerabteilung,
Verkauf, Anerkennung, Kollegen, die sich fast wie Familie
anfühlten. Zum ersten Mal wurde wieder sichtbar, was ich
eigentlich konnte.
Aber ein Job allein ist noch keine Recovery.
Ich hatte Arbeit.
Ich hatte eine Wohnung.
Ich hatte Anerkennung.
Aber ich hatte noch keine innere Stabilität, keine nüchternen
Freunde, keine echte Verarbeitung und keine neue soziale Welt.
Diese Folge ist meine persönliche Geschichte. Keine
Verherrlichung, keine Therapie und kein Ratgeber. Aber vielleicht
hilft sie Betroffenen und Angehörigen zu verstehen, warum
körperliche Warnsignale, Entgiftung oder ein neuer Job allein oft
nicht reichen, wenn die inneren Muster und der alte Hunger
weiterleben.
Hinweis: Diese Folge enthält Themen wie Drogenkonsum, Herzrasen,
Atemnot, körperliche Zusammenbrüche, Krankenhaus, Krebsverdacht,
Entgiftung, Therapieabbruch, Alkohol und Rückfälle. Bitte höre
nur weiter, wenn es sich für dich gerade sicher anfühlt.
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