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In dieser Folge berichtet Nina Rabuza vom weitgehend
unwissenschaftlichen Umgang der deutschen Gesellschaft mit der
Geschichte des Holocaust und der Gegenwart des Antisemitismus.
Die Schuld und Mitschuld der Mehrheit der deutschen Bevölkerung
an den gesellschaftlichen und politischen Voraussetzungen des
Antisemitismus und der nationalsozialistischen Judenverfolgung
wurden nach 1945 nicht nur verdrängt, sondern vielfach auch aktiv
verleugnet und verschwiegen. Auch in der sogenannten
„Erinnerungskultur“ und „Erinnerungspolitik“, die im Laufe der
Nachkriegsgeschichte erheblichen Wandlungen unterlag, finden sich
bis heute Verdrehungen, Auslassungen und Umdeutungen, die darauf
hinauslaufen, die deutsche Vergangenheit zu entschuldigen oder zu
relativieren und bestimmte Deutungen dieser Vergangenheit für
gegenwärtige und zukünftige politische Ziele nutzbar zu machen.
Dieses Vorgehen ist dabei keineswegs ausschließlich im politisch
rechten Spektrum zu beobachten.

Verwendete und weiterführende Literatur:

Adorno, Theodor W.: Was bedeutet: Aufarbeitung der Vergangenheit?

Bajohr, Frank; Pohl, Dieter: Der Holocaust als offenes Geheimnis.
Die Deutschen, die NS-Führung und die Alliierten.

Gerber, Jan: Blockierte Wahrnehmung. Zur Gedächtnisgeschichte des
Holocaust, in: Stephan Grigat u. a. (Hg.): Erinnern als höchste
Form des Vergessens. Um-Deutungen des Holocaust und der
Historikerstreit 2.0, Berlin 2023.

Habermas, Jürgen: Der neue Streit über den Holocaust, in: Saul
Friedländer u. a. (Hg.): Ein Verbrechen ohne Namen. Anmerkungen
zum neuen Streit über den Holocaust, München 2022.

Haury, Thomas: Antisemitismus von links. Kommunistische
Ideologie, Nationalismus und Antizionismus in der frühen DDR,
Hamburg 2002.

Küntzel, Matthias: Goldhagen und die gewöhnliche deutsche Linke.

Mitscherlich, Alexander; Mitscherlich, Margarete: Die Unfähigkeit
zu trauern. Grundlagen kollektiven Verhaltens.

Rabuza, Nina: Verräumlichte Erinnerung. Die Grenzen der
Darstellung nationalsozialistischer Gewalt am Modell der
KZ-Gedenkstätte Dachau.

Salzborn, Samuel: Kollektive Unschuld. Die Abwehr der Shoah im
deutschen Erinnern.

Salzborn, Samuel: Schuldabwehr und Erinnerungsverweigerung, in:
Stephan Grigat u. a. (Hg.): Erinnern als höchste Form des
Vergessens. Um-Deutungen des Holocaust und der Historikerstreit
2.0, Berlin 2023.

Weiß, Volker: Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der
Untergang des Abendlandes.
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„Deutsche Verdrängungskultur“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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