Yen-Krise eskaliert: Droht jetzt der nächste Krypto-Crash? - Krypto-Marktupdate #55

Yen-Krise eskaliert: Droht jetzt der nächste Krypto-Crash? - Krypto-Marktupdate #55

vor 4 Tagen
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Bitcoin & Krypto erklärt

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Marktupdate #58 - 09.08.2026


Bitcoin ist zurück bei rund 65.000 US-Dollar, Ethereum kämpft
knapp unter der Marke von 2.000 US-Dollar – und Alexander meldet
sich diesmal aus Medellín. Trotz der Erholung bleibt die Lage
fragil: Ein echtes Kapitulations-Event hat bislang gefehlt, die
Handelsaktivität bleibt dünn und die makroökonomischen Risiken
nehmen eher zu als ab. Im Mittelpunkt steht diese Woche
ausgerechnet der japanische Yen. Die Währung fiel zeitweise bis
fast 164 Yen pro US-Dollar und damit auf ein 40-Jahres-Tief,
worauf Japan und die USA mit einer außergewöhnlichen gemeinsamen
Intervention reagierten. Was zunächst nach einem japanischen
Währungsproblem klingt, könnte über US-Staatsanleihen, den
Yen-Carry-Trade und globale Liquidität auch Bitcoin und andere
Risikoassets treffen.


Thema der Woche: Yen-Krise – der globale Brandbeschleuniger


Der japanische Yen ist auf fast 164 pro Dollar abgestürzt und hat
damit eine der ungewöhnlichsten Währungsinterventionen seit
Jahren ausgelöst. Japan dürfte bei mehreren Eingriffen zig
Milliarden US-Dollar eingesetzt haben; allein eine der jüngsten
Interventionen könnte rund 36,6 Milliarden US-Dollar umfasst
haben, zuvor deuteten Daten auf bis zu 59 Milliarden US-Dollar
hin. Besonders bemerkenswert: Die USA griffen Japan erstmals seit
2011 wieder direkt unter die Arme und kauften gemeinsam mit Tokio
Yen.


Das Problem reicht weit über Japan hinaus. Das Land hält rund
1,14 Billionen US-Dollar an US-Staatsanleihen und ist damit für
den amerikanischen Bondmarkt systemisch relevant. Würde Tokio zur
Verteidigung des Yen große Treasury-Bestände verkaufen, könnten
die ohnehin hohen US-Renditen zusätzlich steigen. Genau deshalb
soll die Fed-FIMA-Fazilität Japan ermöglichen, Dollar gegen
hinterlegte Treasuries zu erhalten, ohne die Anleihen auf den
Markt werfen zu müssen.


Und dann ist da noch der Yen-Carry-Trade: Über Jahre konnten
Investoren günstig Yen aufnehmen und das Kapital in höher
verzinste oder riskantere Assets stecken. Steigt der Yen
plötzlich stark, können diese Positionen zurückgedreht werden –
mit potenziellem Verkaufsdruck auf Aktien, Bonds und Krypto.
Erinnerungen an den heftigen Risk-off-Move vom August 2024 werden
wach, auch wenn die aktuelle Beziehung zwischen Bitcoin und
USD/JPY keineswegs so eindeutig ist: CoinDesk berechnete zuletzt
sogar eine 52-Wochen-Korrelation von minus 0,90. Wir erklären,
warum die Yen-Krise trotzdem eines der wichtigsten Makrorisiken
für die kommenden Wochen ist.


Kurznachrichten weltweit:


Das große Börsensterben geht weiter: BitMEX beendet nach elf
Jahren den Betrieb, BitMart wickelt nach neun Jahren ab, auch
Movement Labs und Storj Labs sind im Insolvenzverfahren. Das
Spotvolumen großer zentralisierter Börsen fiel auf 1,05 Billionen
US-Dollar pro Monat, den niedrigsten Stand seit 25 Monaten.
Sinkender Retailhandel und höhere Regulierungskosten
beschleunigen die Konsolidierung.

FTX zahlt weitere rund 900 Millionen US-Dollar an ehemalige
Kunden und Gläubiger aus. Es ist die fünfte Ausschüttungsrunde
des FTX Recovery Trust; insgesamt sollen danach bereits etwa 11
Milliarden US-Dollar verteilt worden sein.

Ein Ex-Mitarbeiter von BNB Chain soll die Seed Phrase einer
Tutorial-Wallet behalten haben. Über vier Wallets wurden laut
Lookonchain 79,67 Prozent des ASTEROID-Angebots gekauft und
später Token für rund 638.000 US-Dollar verkauft. BNB Chain
bestreitet jede Beteiligung und kündigte rechtliche Schritte an.

Der Coldcard-Sicherheitsfall wächst weiter: Galaxy Research
bestätigt 1.596 gestohlene Bitcoin aus rund 7.300 Adressen im
Wert von mehr als 100 Millionen US-Dollar. Eine mögliche vierte
Angriffswelle könnte den Schaden auf 2.055 BTC beziehungsweise
rund 130 Millionen US-Dollar erhöhen.

Auch BTCPay Server wurde getroffen: Eine kritische Lücke bei
Installationen mit LND ermöglichte Angreifern Zugriff auf
Lightning-Nodes. Standardmäßige BTCPay-On-Chain-Wallets sollen
nicht betroffen sein; Betreiber sollten dringend auf die
gepatchte Version aktualisieren.

Nigeria verschärft die Kryptobesteuerung: Plattformen und
P2P-Marktplätze sollen bei bestimmten Verkäufen 1 Prozent
einbehalten. Für Staking, Mining, Airdrops und DeFi-Erträge sind
10 Prozent Quellensteuer vorgesehen, für Fiat-Krypto-Transfers
1,5 Prozent Stempelsteuer.

Taiwan führt ab Oktober die Travel Rule für sämtliche
inländischen Transfers zwischen Kryptodienstleistern ein. Ab
30.000 Taiwan-Dollar beziehungsweise rund 930 US-Dollar müssen
zusätzliche Kundendaten übermittelt werden; grenzüberschreitende
Transfers sollen bis Ende 2027 folgen.

Russland schafft einen umfassenderen Rechtsrahmen für Börsen,
Broker und Krypto-Verwahrer. Privatanleger dürfen künftig nur bis
zu 300.000 Rubel pro Jahr und Vermittler in zugelassene
Kryptowährungen investieren; qualifizierte Anleger sind davon
ausgenommen.

Brasilien verschärft ebenfalls die Regeln: Transfers über
10.000 US-Dollar an ausländische Plattformen oder
Self-Custody-Wallets können ab Januar 2027 bis zu 24 Stunden
zurückgehalten und geprüft werden.

Bybit verklagt Nordkorea, das Reconnaissance General Bureau
und die Lazarus Group wegen des 1,5-Milliarden-Dollar-Hacks vom
Februar 2025. Ein US-Gericht hat bereits eine Verfügung zum
Einfrieren identifizierter Vermögenswerte erlassen.

Die USA weiten ihre Sanktionen gegen iranische
Krypto-Infrastruktur aus. Unter anderem wurden Shelbit Exchange
und Aban Tether sanktioniert; Börsen und Stablecoin-Anbieter
müssen Verbindungen zu iranischen Wallets künftig noch genauer
prüfen.

Trump Media fährt seine Krypto-Pläne zurück und beendet
mehrere Projekte mit Crypto.com. Das geplante
CRO-Treasury-Unternehmen entfällt, gleichzeitig wurden zuletzt
2.628 Bitcoin im Wert von rund 165 Millionen US-Dollar an mit
Crypto.com verbundene Adressen bewegt.

Beim CLARITY Act startet der nächste politische Anlauf. Im
US-Senat wurde das Verfahren eröffnet, das nach der Sommerpause
zu einer entscheidenden Abstimmung führen könnte. Ohne
parteiübergreifende Unterstützung bleibt eine Verabschiedung 2026
jedoch schwierig.



Skurrilität der Woche:


Proof of Steak! Brasilianische Bauern haben 10 Milchkühe
tokenisiert und die Tiere als Sicherheit für knapp 20.000
US-Dollar Kredit eingesetzt. KI-gestützte Halsbänder überwachen
Gesundheit, Verhalten und Standort und sollen unter anderem
verhindern, dass dieselbe Kuh mehrfach als Kreditsicherheit
verwendet wird. Cowmed überwacht bereits rund 100.000 Kühe auf
mehr als 1.000 Farmen mit einem Gesamtwert von über 395 Millionen
US-Dollar – Real World Assets werden damit endgültig sehr real.


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Ausblick:


12.08.: US-Verbraucherpreise für Juli – der Markt erwartet
aktuell rund 3,4 bis 3,5 Prozent Inflation im Jahresvergleich.
Die Daten werden entscheidend dafür, ob die Fed im September
wieder stärker über höhere Zinsen diskutieren muss.


13.08.: US-Erzeugerpreise – nach zuletzt überraschend schwachen
Produzentenpreisen folgt der nächste wichtige
Inflationsindikator.


14.08.: US-Einzelhandelsumsätze – wichtiges Signal dafür, wie
robust der amerikanische Konsument trotz hoher Zinsen und
Inflationsdruck noch ist.


Zusätzlich bleibt der Yen im Fokus: Nach der historischen
Intervention achten die Märkte darauf, ob Japan und die USA
erneut eingreifen und ob sich die Erwartungen für eine mögliche
Zinserhöhung der Bank of Japan im September verändern.


Links zur Episode:


Yen-Krise & Bitcoin Carry Trade:


https://www.coindesk.com/markets/2026/08/03/u-s-japan-intervention-revives-yen-carry-trade-fears-for-bitcoin


US-Japan-Yen-Intervention:


https://www.reuters.com/world/asia-pacific/us-treasury-secretary-bessent-will-do-whatever-it-takes-support-japan-2026-08-04/


Japan, FIMA & US-Staatsanleihen:


https://www.reuters.com/business/bessents-call-upsize-fed-foreign-lending-facility-may-not-be-risk-free-2026-08-04/


BitMEX, BitMart & Börsensterben:


https://www.coindesk.com/business/2026/07/28/bitmex-and-bitmart-may-be-first-casualties-of-crypto-trading-slump


FTX-Auszahlungen:
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