Digitale Suchthilfe ist wichtig.
Viele Betroffene und Angehörige suchen zuerst anonym im Internet,
bevor sie eine Beratungsstelle kontaktieren. Sie suchen nachts,
aus Scham, aus Angst, aus Unsicherheit oder weil der klassische
Weg zu hochschwellig wirkt.
Angebote wie Drugcom, DigiSucht oder ELSA können deshalb wichtige
Brücken sein.
Aber gerade weil digitale Suchthilfe immer wichtiger wird,
braucht sie Transparenz.
In dieser Folge geht es um die Rolle der Delphi GmbH in der
digitalen Suchthilfe.
Unsere bisherige Recherche zeigt keine Beweise für unrechtmäßiges
Handeln. Sie zeigt aber ein auffälliges Muster:
Delphi übernimmt seit vielen Jahren zentrale Rollen bei mehreren
öffentlich geförderten digitalen Suchtprojekten.
Dazu gehören unter anderem:
Drugcom,
DigiSucht,
ELSA,
Dein Masterplan,
DIOS
und weitere Projekte im Bereich digitaler Prävention und
Beratung.
Das ist nicht automatisch problematisch.
Ein spezialisiertes Unternehmen kann Erfahrung, Fachwissen und
gewachsene Strukturen mitbringen.
Aber wenn öffentliche Gelder, zentrale Plattformen,
Projektsteuerung, Konzeptentwicklung, Betreuung, Reporting und
Wirkungsmessung immer wieder bei denselben Strukturen
zusammenlaufen, müssen Öffentlichkeit, Fachwelt,
Beratungsstellen, Betroffene und Angehörige nachvollziehen
können:
Wie hoch waren die Kosten?
Wie wurden Projekte vergeben?
Welche Rollen hatte Delphi jeweils?
Welche Unterauftragnehmer waren beteiligt?
Wer hat die Wirkung unabhängig geprüft?
Wie viele Menschen wurden wirklich beraten?
Wie viele Beratungen wurden abgebrochen?
Wie viele wurden in regionale Hilfe weitergeleitet?
Und was ist nach Klicks, Selbsttests oder Registrierungen
tatsächlich passiert?
Denn Reichweite allein ist noch keine Wirkung.
Ein Seitenaufruf ist keine Beratung.
Eine Registrierung ist kein abgeschlossener Beratungsverlauf.
Ein Selbsttest ist noch keine Veränderung.
Und eine zentrale Plattform ist noch keine regionale Hilfe.
In dieser Folge sprechen wir über:
- warum digitale Suchthilfe notwendig ist
- warum öffentliche Finanzierung öffentliche Transparenz braucht
- welche Rolle Delphi bei Drugcom spielt
- welche Rolle Delphi bei DigiSucht hatte
- warum ELSA in diese Struktur gehört
- warum Projekte wie Dein Masterplan, DIOS und Realize it weitere
Fragen aufwerfen
- warum wiederkehrende Beauftragungen nicht automatisch ein
Skandal sind
- warum unabhängige Wirkungsevaluation trotzdem entscheidend ist
- warum regionale Suchthilfe digital untergehen kann
- warum zentrale Plattformen Reichweite weitergeben müssen
- warum anonym-suchthilfe.de sich selbst ebenfalls an Transparenz
messen lassen muss
- was Politik und Fördergeber jetzt liefern sollten
Die wichtigste Frage lautet nicht nur:
Wie viele Menschen haben geklickt?
Sondern:
Was ist danach passiert?
Öffentliche digitale Suchthilfe muss zeigen, was sie kostet, wen
sie erreicht, was sie bewirkt und wie sie Menschen in passende
Hilfe weiterleitet.
Hinweis:
Diese Folge ist ein Transparenz- und Recherchebeitrag. Sie stellt
keine Korruptionsbehauptung, keine strafrechtliche Bewertung und
keinen Nachweis für Verschwendung öffentlicher Mittel dar.
Mehr Artikel, Tools und anonyme Selbsthilfe:
anonym-suchthilfe.de
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