Das Buch zur Woche: Natasha Brown – „Zusammenkunft“

Das Buch zur Woche: Natasha Brown – „Zusammenkunft“

vor 4 Jahren
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Beschreibung

vor 4 Jahren

Heute geht es um „Zusammenkunft“ von Natasha Brown. Ihr
Romandebüt ist gerade auf Deutsch bei Suhrkamp erschienen, in
einer sehr gelungenen Übersetzung der Schriftstellerin Jackie
Thomae.


Natasha Brown sagte in Interviews immer wieder, dass diese
Geschichte in „Zusammenkunft“ nicht rein autobiografisch ist.
Aber es gibt deutliche Parallelen zu ihrer beruflichen Laufbahn.
Natasha Brown studierte nämlich in Cambridge Mathematik,
arbeitete danach zehn Jahre lang im Londoner Finanzsektor und
wurde dort oft als eine Art Erfolgsstory verkauft: Sie ist eine
sehr intelligente, schwarze, gutverdienende Frau – in einer
Branche, die überwiegend von weißen Männern bevölkert wird.


Die namenlose Ich-Erzählerin ihres Buches ist in einer ähnlichen
Situation. Sie ist erfolgreich in ihrem Job im Finanzwesen, hat
eine Eigentumswohnung in einem kernsanierten Townhouse in London
und ist im Rennen für eine Beförderung, um die auch ihr Kollege
Lou buhlt. Außerdem bekommt sie eine Krebsdiagnose und
entscheidet zum Entsetzen ihrer Ärztin, erstmal keine Behandlung
zu beginnen, weil das ihre Karriere ausbremsen würde.


Ein mit 112 Seiten eher schlankes, aber ungemein kraftvolles
Romandebüt, das deutlich macht, was viele nicht hören wollen –
nämlich dass zwar gerade viele so tun, als wäre diese Welt
diverser und als wäre man als Weißer natürlich überhaupt gar
nicht rassistisch und als gäbe es Erfolgsgeschichten wie jene der
Protagonistin in der Wirtschaftswelt zuhauf – aber hier lernen
wir, zu welchem Preis solche Geschichten oft nur möglich sind,
weil nämlich Frauenfeindlichkeit, Männerbünde, struktureller
Rassismus und elitärer Klüngel immer noch präsent sind.
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Das Buch zur Woche: Natasha Brown – „Zusammenkunft“
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