Das Buch zur Woche: Anna Kavan – „Eis“

Das Buch zur Woche: Anna Kavan – „Eis“

vor 4 Jahren
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Beschreibung

vor 4 Jahren

Da unser Buchredakteur Daniel nicht immer nur den
Neuveröffentlichungen hinterher laufen möchte, wird er
zwischendurch immer mal wieder persönliche Lieblingsbücher
vorstellen. Die lose Reihe beginnt mit dem Roman „Eis“ von Anna
Kavan – im Original erschienen im Jahr 1967, ein Jahr vor dem Tod
der Autorin. „Eis“ ist wahrlich ein kaltes, irritierendes,
poetisches, manchmal brutales Buch, das zu gleichen Teilen
beunruhigt und begeistert. „Eis“ gilt außerdem in gewissen
Kreisen als verkannter Klassiker und Anna Kavan lange Zeit als
große Unbekannte der Literaturgeschichte – die allerdings später
prominente Fans wie den Science Fiction Autor J.G. Ballard und
die französische Autorin Anaïs Nin.


Anna Kavan heißt allerdings gar nicht wirklich Anna Kavan,
sondern Helen Ferguson geborene Woods. Das war der bürgerliche
Name der britischen Tochter aus gutem Hause, unter dem sie ihre
ersten sechs Romane veröffentlichte. Es gab in zwei dieser Bücher
jedoch eine Protagonistin, die Anna Kavan hieß – und so beschloss
Ferguson nach einem Klinikaufenthalt, ihren Namen zu ändern. Als
Anna Kavan veröffentlichte sie ihr zwei erfolgreichsten Bücher:
das leider noch nicht übersetzte „Asylum Piece“ und eben „Eis“.
Das 1967 leider ihre letzte Veröffentlichung war. Nur ein Jahr
später wurde Anna Kavan tot in ihrer Wohnung in Notting Hill
aufgefunden. Angeblich ätzte damals ein britischer Polizist, man
hätte in der Wohnung genug Heroin gefunden, um die ganze Straße
zu killen.


„Eis“ ist in deutscher Sprache 2020 beim Diaphanes Verlag
erschienen, die englische Ausgabe ist ein schmuckes Taschenbuch
aus der eh immer guten „Penguin Modern Classics“ Reihe.
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