G#28 Mehr als Kopfschmerzen : Prof. Dr. med. Dagny Holle-Lee über Migräne bei Kindern

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vor 1 Woche
In dem Gespräch stellt sich Prof. Dr. Dagny Holle-Lee als
Neurologin und Leiterin des Westdeutschen Kopfschmerz- und
Schwindelzentrums in Essen vor. Sie berichtet über ihren Weg aus
Wiesbaden und Mainz in die Kopfschmerzmedizin und erklärt, dass sie
sich vor allem wegen der Vielseitigkeit der Migräne für dieses
Thema begeistert. Dagny behandelt die Migräne auch bei Kindern und
Jugendlichen. Sie betont, dass die Diagnose im Kindesalter oft zu
spät oder gar nicht gestellt wird, weil Beschwerden wie
Bauchschmerzen, Übelkeit oder Rückzug nicht direkt als Migräne
erkannt werden. Sie beschreibt typische Hinweise wie
Lichtempfindlichkeit, Reizempfindlichkeit, Blässe, Bedürfnis nach
Ruhe und einen starken Tagesrhythmusbedarf. Zur Diagnostik sagt
sie, dass vor allem die Anamnese und die körperliche Untersuchung
wichtig seien. Kopfschmerztagebücher können zur Orientierung
helfen, müssten aber nicht übergenau geführt werden. Bei einigen
älteren Kindern und Jugendlichen hält sie je nach Verlauf auch
weitere Abklärung wie ein MRT oder Blutuntersuchungen für sinnvoll.
Bei der Behandlung nennt sie zunächst regelmäßigen Tagesrhythmus,
genug Pausen, angepasste Dosierung von Schmerzmitteln und
Magnesium. Für die Akuttherapie hält sie auch Triptane bei
Jugendlichen für eine Option, teils off-label. Gegen Übelkeit und
Erbrechen nennt sie zusätzliche Medikamente. Wichtig sei, den
Schmerz früh zu durchbrechen. Für die Prophylaxe nennt sie
Propranolol als zugelassenes Medikament, erwähnt aber auch
Amitriptylin, CGRP-Antikörper und in bestimmten Fällen Botox als
weitere Möglichkeiten. Sie sagt, eine vorbeugende Therapie sei
sinnvoll, wenn die Migräne den Alltag, die Schule oder die
Lebensqualität deutlich beeinträchtigt. Am Ende spricht sie über
Auslöser und Begleitfaktoren wie Schlaf, Belastung, Sport und
hormonelle Veränderungen. Sie betont, dass Migräne auch zwischen
Attacken die Reizverarbeitung im Gehirn beeinflussen kann und dass
Aufklärung für Kinder, Eltern und Schulen besonders wichtig ist.
Kontakt: team@gesundheitszone.info Webseite:
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