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Finalööö, oho! Es ist vollbracht: Jochen und Anja haben
"Prominent getrennt" treulich bis zum Finale begleitet, durch
jede halb gut gemeinte Aussprache, jede fiese Nachtreterei und
jeden jener Wettkämpfe, bei denen zwei Menschen, die einander
eigentlich längst aus den Kontakten gelöscht haben sollten,
gemeinsam mit Klötzchen hantieren und dabei dutzendfach neue
Gründe zu entdecken, warum die Trennung eine ausgezeichnete Idee
war.

Weil an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden soll, wer
den ganzen Bums am Ende gewinnt, konzentrieren wir uns
stattdessen lieber auf die eigentliche philosophische Sensation
des Finales. Vanessa Brahimi rechnet noch einmal mit ihrem Ex
Richard ab und beklagt, dass mit ihm nie richtige Deep-Talks
möglich gewesen seien. Nie habe man über die Welt philosophieren
können. Man stellt sich sofort vor, welche Gespräche da womöglich
verloren gegangen sind. Nie saßen sie bei gedimmtem Licht am
Kamin und diskutierten, ob der Mensch einen freien Willen
besitzt. Darüber, ob Freiheit überhaupt existiert oder bloß eine
Erfindung der neoliberalen Leistungsgesellschaft ist. Ob Tiere
träumen. Ob Zeit wirklich vergeht oder wir nur von ihr durchquert
werden.

All diese Themen blieben mit Richard offenbar unerreichbar. Also
suchte Vanessa sich einen anderen Ort geistiger Erbauung. Im Lidl
nämlich,, erzählt sie, habe sie mit völlig fremden Menschen schon
stundenlang erbauliche Gespräche geführt, unter anderem über
besonders gelungenes Wurstverpackungsdesign. Und plötzlich wirkt
alles, was man jemals über die Agora im antiken Athen gelesen
hat, erstaunlich provinziell. Sokrates hätte vermutlich gar nicht
auf dem Marktplatz herumstehen müssen. Ein Gang zwischen
Kühlregal und Aufschnitt hätte vollkommen gereicht.

In klassischen Bildungsbürger-Fragebögen wird gern gefragt, bei
welchem historischen Ereignis man gern dabei gewesen wäre.
Mondlandung, Französische Revolution, Fall der Mauer: alles
respektable Antworten. Jochen und Anja wählen jenen Nachmittag im
Lidl, an dem Vanessa Brahimi und eine unbekannte Person vor der
Brühwurst standen und für ein paar Stunden bewiesen, dass
wahrhaft tiefe Gespräche überall möglich sind – solange die
Verpackung stimmt.

Sendepause Fehlanzeige ist ein Podcast von Ooohnscha und
SchohSchoh

Produktion und Hosts: Anja Rützel und Jochen Schropp

Schnitt: Anne Kanzler

Cover: Miguel Martin und Markus Gisin

Jingle: Herwig Zamernik

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