Vom Kriegshelden zum "Asozialen": Wie die Nazis die Vernichtung von Suchtkranken anordneten
Tatort Geschichte - True Crime meets History
vor 3 Monaten
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„ “1936 entsteht in Egelfing Haar zum Beispiel eine eigene Insulinstation. Ich habe mir jetzt als Laie erst mal gedacht, das ist ja fast schon irgendwie fortschrittlich oder so. Aber die Menschen, denen das Insulin verabreicht wird, sind in der Regel nicht zuckerkrank, sondern die leiden unter psychischen Erkrankungen, die man nun durch einen schweren körperlichen Schock behandeln will. Das Insulin löst nämlich eine Unterzuckerung aus. Die Betroffenen werden wirklich für mehrere Minuten in eine Art Koma-Zustand versetzt, nicht selten begleitet von massiven Krampfanfällen.” Es entsteht hier der Eindruck, diese Methode sei von den Nazis eingeführt worden. Urheber ist aber vielmehr der neunmal für den Nobelpreis Medizin nominierte Arzt Manfred Säkel, der die Insulinschockbehandlung ab 1936 auch in die USA brachte. Diese Behandlung war bis ca. 1955 gebräuchlich. Ich kenne aber jemanden, der noch 1971 damit bei einer diagnostizierten Hebephrenie behandelt wurde. MAn muss bedenken, dass diese und andere Behandlungsversuche zu einer Zeit eingeführt wurden, als es noch keine PSychopharmaka gab. Säkel kam durch Zufall auf diese Behandlungsform, als er versehentlich einer morphiumabhängigen Diabetikerin eine zu hohe Insulindose verabreichte und diese daraufhin weniger Verlangen nach Morphium hatte. Dass die Anwendung dieser Methode während der Nazizeit nicht dem Wohl der Patienten diente, soll damit nicht in Frage gestellt werden. Quellen: Wikipedia-Artikel über Insulinschockbehandlung und Manfred Säkel. Von Tatort Geschichte - True Crime meets History: Vom Kriegshelden zum "Asozialen": Wie die Nazis die Vernichtung von Suchtkranken anordneten, 3. Juli 2026 [Link von der Redaktion entfernt, siehe Nutzungsbedingungen] Dieses Material ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt.