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  4. Lebendig bleiben – Veränderung willkommen
Heute geht’s um ein Thema, das Menschen entweder lieben … oder am
liebsten grossräumig umgehen.

Die Veränderung.

Ich persönlich finde Veränderung spannend. Ich spüre dabei so
viel Freude, Neugier und auch eine gewisse Ungeduld in mir.

Wie so oft im Leben löst auch dieses Thema bei jedem Menschen
etwas anderes aus.

Die einen suchen Veränderung regelrecht. Sie sehnen sich danach.

Und die anderen bekommen schon leicht erhöhten Puls, wenn im
Supermarkt die Pasta plötzlich nicht mehr im gewohnten Regal
steht.

Oder wenn Netflix das Menü umgestaltet und man drei Tage lang
denkt: „Wo ist mein Zeug hin?“

Für manche ist das schon eine mittlere Lebenskrise.

Dann gibt es die Menschen, die sagen: „Ich brauch mal wieder
etwas Neues.“

Ich suche die Veränderung. Ich mag keine Langeweile und Routine
schon gar nicht.

Andere haben seit X Jahren denselben Ferienort, denselben
Liegestuhl und wahrscheinlich sogar denselben Kellner namens
Enrico.

Enrico weiss längst, was sie trinken, wann sie zum Frühstück
erscheinen und dass sie sich jedes Jahr vornehmen, diesmal etwas
Neues auszuprobieren. Was dann meistens daran scheitert, dass
Enrico den gewohnten Aperol schon auf den Tisch gestellt hat.

Ich fühle beides! Weil auch ich solche Anteile in mir habe.

Wenn ich ehrlich bin, liebe ich die Veränderung. Ich spüre
relativ schnell, wenn es für meinen Geschmack gleich bleibt.

Immer derselbe Ablauf.

Dieselbe Routine.

Dieselben Gespräche.

Dasselbe Denken.

Woche für Woche.

Monat für Monat.

Jahr für Jahr.

Und irgendwann fühlt sich mein Gehirn an wie: „Okay … leben wir
noch oder wiederholen wir einfach nur?“ Ich frage mich dann
schon, ob da noch etwas anderes auf dem Menü steht.

Für manche bedeutet Veränderung:

Freiheit.

Neugier.

Entwicklung.

Lebendigkeit.

Und für andere bedeutet Veränderung:

Unsicherheit.

Kontrollverlust.

Überforderung.

Und das ist total verständlich. Denn Veränderung bedeutet fast
immer:

Man weiss noch nicht genau, was kommt.

Ich bin überzeugt:

Wenn ich all die Dinge, die ich in meinem Leben ausprobiert habe,
nicht gemacht hätte, wäre ich heute nicht die Person, die ich
bin. Ich hätte Graubünden nicht verlassen. Ich wäre vielleicht
nie nach Zürich gekommen.

Nicht, dass das andere Leben schlechter gewesen wäre. Das kann
ich gar nicht beurteilen. Ich empfinde mein Leben als ein
Geschenk auch mit denen, die mir nicht so gefallen haben.

Da kommt mir immer wieder der Film Sliding Doors in den Sinn. Ja,
ich weiss … 1998.

Für alle, die ihn kennen: Es geht um einen einzigen kleinen
Moment, der zwei völlig unterschiedliche Lebenswege entstehen
lässt.

Genau darüber denke ich manchmal nach. Was wäre gewesen, wenn ich
nicht nach Zürich gezogen wäre? Welche Menschen hätte ich nie
kennengelernt? Welche Erfahrungen hätte ich nie gemacht? Welche
Türen hätten sich nie geöffnet? Welche Version von mir würde
heute hier sitzen?

Wir werden es nie wissen.

Und genau das macht das Leben irgendwie faszinierend.

Unser Kopf liebt:

Antworten.

Pläne.

Sicherheit.

Kontrolle.

Das Leben hingegen liebt Überraschungen.

Und wenn ich auf mein Leben zurückschaue, dann sind viele meiner
schönsten Erinnerungen nicht nach Plan entstanden.

Sie begannen meistens mit einem: „Ach komm, schauen wir einfach
mal.“

Und plötzlich entstanden Begegnungen, Möglichkeiten oder
Erfahrungen, an die ich nie gedacht hätte.

Ich glaube, Veränderung konfrontiert uns immer auch mit uns
selbst.

Bin ich bereit loszulassen?

Wer bin ich ohne das Alte?

Was, wenn das Neue besser wird?

Was, wenn nicht?

Treffe ich die richtige Entscheidung?

Was, wenn es die falsche ist?

Und gleichzeitig merke ich bei mir: Stillstand macht mir viel
mehr Angst als Veränderung. Die Vorstellung, jahrelang einfach
nur zu funktionieren.

Immer gleich.

Ohne neue Eindrücke.

Ohne Entwicklung.

Ohne Überraschungen.

Das fühlt sich für mich viel enger an als das Unbekannte. Ich
empfinde Veränderung als etwas Lebendiges. Sie öffnet mir den
Blick.

Für neue Orte.

Neue Menschen.

Neue Gedanken.

Neue Perspektiven.

Neue Ideen.

Neue Erfahrungen.

Genau dieses Gefühl liebe ich. Wenn etwas in mir wieder wach
wird. Wenn ich inspiriert werde. Wenn ich etwas Neues über die
Welt entdecke. Über mich selbst. Oder über andere Menschen.

Es braucht dafür gar nichts Riesiges.

Nicht jeder muss gleich seinen Job kündigen und Keramik auf einer
Alp herstellen.

Manchmal reicht schon:

Ein neues Gespräch.

Ein anderer Weg nach Hause.

Ein spontanes Ja.

Eine neue Erfahrung.

Ein Konzertbesuch. z. Bsp. von Helene Fischer

Einfach die Entscheidung, etwas anders zu machen als sonst.

Vielleicht fühlt sich Veränderung genau deshalb so kraftvoll an.
Weil sie uns bewegt. Innerlich wie äusserlich. Gedanklich und
auch emotional.

Ich glaube ehrlich gesagt: Viele Menschen wünschen sich
Veränderung. Aber bitte mit Rückgaberecht und
Geld-zurück-Garantie.

Doch Veränderung funktioniert nicht so. Ein bisschen Mut und
Vertrauen gehört dazu. Es geht gar nicht darum, ständig alles
umzuschmeissen. Sondern darum, lebendig zu bleiben. Neugierig zu
bleiben. Sich selbst immer wieder neu zu begegnen. Denn was heute
passt, muss nicht für immer passen.

Und genau das finde ich etwas unglaublich Schönes. Dass wir das
Privileg und die Freiheit haben uns verändern zu dürfen. Ist das
nicht Wachstum?

Es fragt selten: „Wären Sie jetzt bereit für die nächste
Veränderung?“ Nein, es drückt einfach auf „Aktualisieren“.

Und wie oft aus einem kleinen Schritt ins Unbekannte etwas
entstanden ist, das wir heute nicht mehr missen möchten.

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„Lebendig bleiben – Veränderung willkommen“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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