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  4. Wenn die KI den Chatbot verlässt
Wer noch geglaubt hat, die Auswirkungen der Künstliche Intelligenz
(KI) beschränkten sich vor allem auf schlaue Textgeneratoren auf
dem Bildschirm, ist auf der CES 2026 endgültig eines Besseren
belehrt worden. Im Gespräch beschreibt unser Amerika-Korrespondent
Roland Lindner die Atmosphäre in Las Vegas als den Startschuss für
die Ära der „Physical AI“. Das war das allgegenwärtige Schlagwort
der Messe: KI-Modelle, die nicht mehr nur dichten und malen,
sondern die physikalischen Gesetze unserer Welt verstehen, um
Roboter, Fahrzeuge und ganze Fabriken zu steuern. Deutlich wurde
dies unter anderem beim Auftritt des Chefs des amerikanischen
Chipherstellers Nvidia, Jensen Huang. Die Auswirkungen sind sofort
spürbar: Mercedes-Benz nutzt diese Plattform für den neuen CLA, der
im ersten Quartal 2026 startet. Das System soll sich in den
kommenden Jahren schnell weiterentwickeln, folgt keinen starren
Regeln mehr, sondern „versteht“ Verkehrssituationen – ein Sprung,
den Experten als den „ChatGPT-Moment“ der Automobilbranche
bezeichnen. Doch nicht nur auf der Straße, auch in der Industrie
vollzieht sich dieser Wandel. Im „Industrial Metaverse“ werden
Fabriken künftig vollständig simuliert, bevor auch nur ein Stein
gesetzt wird, was Planungsfehler drastisch minimieren soll. Hier
ist Siemens vorne mit dabei. Das vielleicht überraschendste Thema
der CES war jedoch die massive Präsenz der US-Regierung. Unter dem
Titel „Genesis Mission“ treibt sie Initiative voran, die man als
aggressivste staatliche Intervention in den Tech-Sektor seit
Jahrzehnten bezeichnen muss. Ziel ist die Verdopplung der
US-Forschungsleistung binnen zehn Jahren durch den Einsatz von KI.
Michael Kratsios, der Wissenschaftsberater des Präsidenten, trat
gemeinsam mit AMD-Chefin Lisa Su auf, um diese Verzahnung von
nationalem Interesse und Privatwirtschaft zu demonstrieren. Während
die Stimmung im B2B- und Regierungsgeschäft euphorisch ist, zieht
für den normalen Konsumenten ein Gewitter auf. Ein Thema, das wie
eine dunkle Wolke über der Messe hing, ist die Preisentwicklung bei
Speicherchips. Samsung und andere Hersteller haben Preiserhöhungen
von bis zu 60 Prozent durchgesetzt. Der Grund ist der unersättliche
Hunger der KI-Rechenzentren, der die Kapazitäten verknappt. Die
Situation ist so angespannt, dass AMD sogar erwägt, ältere
Plattformen künstlich am Leben zu erhalten, um preissensible Märkte
überhaupt noch bedienen zu können.
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„Wenn die KI den Chatbot verlässt“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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