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  4. Wie politisch ist Kalorienzählen?
Kalorien scheinen objektiv, neutral, wissenschaftlich – ein
einfacher Zahlenwert, der angibt, wie viel Energie in einem
Lebensmittel steckt. Doch beim genaueren Hinsehen zeigt sich: Die
Kalorie ist alles andere als unpolitisch. Sie erzählt eine
Geschichte von gesellschaftlicher Kontrolle, Disziplin und
Körpernormen.

Seit dem frühen 20. Jahrhundert hat die Kalorie unser Verständnis
von Ernährung, Arbeit und Gesundheit geprägt. Sie machte Essen
messbar, Körper vergleichbar – und schuf neue Vorstellungen
davon, was als „richtig“ oder „gesund“ gilt. Mit dem
Kalorienzählen entstanden neue moralische Erwartungen: Wer gilt
als diszipliniert, wer als maßlos oder unbeherrscht? Zugleicht
entstand auch die Idee der Kalorie als Maß für Arbeitskraft,
welche als Legitimierung sozialer Ungleichheit diente. Mit der
Historikerin Nina Mackert sprechen wir über die Geschichte der
Kalorie, Macht und Körperpolitik.

Nina Mackert schloss 2007 ihr Magisterstudium in den Fächern
Geschichte, Gender Studies sowie Politische Wissenschaft an der
Universität Hamburg ab. Es folgte 2011 an der Universität Erfurt
die Promotion in Geschichte. Seit 2012 war Nina Mackert als
Wissenschaftliche Mitarbeiterin an zwei Forschungsprojekten in
Erfurt beteiligt und zuletzt seit 2019 im interdisziplinären
LeipzigLab „Global Health“ angestellt. Im Dezember 2024 beendete
sie, ebenfalls an der Universität Erfurt, ihr
Habilitationsverfahren mit der Schrift „The Calorie: A History of
Measure Food, Bodies, and Choices“. Seit Oktober 2025 hat Nina
Mackert eine Professur für Nordamerikanische Geschichte und
Public History am Fachbereich Geschichte der Universität Hamburg
inne. Mackert hat verschiedene Arbeiten zur Geschichte der
Kalorie publiziert, bei De Gruyter die Beiträge No Chocolate
Creams Subjektivierung und die Klassenpolitik der Kalorie in den
USA der Progressive Era und ‘Nature always Counts’:
Kalorienzählen als Vorsorgetechnik in den USA des frühen 20.
Jahrhunderts.
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„Wie politisch ist Kalorienzählen?“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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