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Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine tobt seit über 3
Jahren und im Westen tobt der Kulturkampf. Zu viele sehnen sich
nach geordneten Verhältnissen, nach einer Seite, auf die man sich
stellen kann. Angesichts der antiwestlichen identitätspolitischen
Offensive der letzten Jahre fällt es mittlerweile nicht wenigen
Leuten nicht schwer, sich mit Putins Propaganda gemein zu machen,
schließlich sei Putin ein "rationaler Mann", der bekanntlich
"Frieden will" (Björn Höcke). Von der Ukraine wird als einem
"Pufferstaat" geredet, der in der "russischen Einflusssphäre"
läge, so als seien Putins Autokratie und das Schicksal der
Ukraine Naturgesetze, gegen die man nichts machen kann. Dabei ist
die unheimliche Faszination im Westen für anti-westliche
Diktatoren ein alter Hut, die gerade von Intellektuellen von
links bis rechts ausging.

Kolja Zydatiss und ich sprechen nochmal über die Grundbedingungen
von (bürgerlicher) Freiheit, über deutsche Russlandbegeisterung
und über die berechtigten Sorgen osteuropäischer Länder, die
teilweise jahrhundertelang unter russischer Knute leben mussten
und deshalb sehr skeptisch gegenüber jedem Totalitarismus sind,
egal ob dieser aus Moskau, Berlin oder Brüssel kommt. Denn die
Freiheit, die wir meinen, finden wir nicht bei Putin und seinen
Fans und Verteidigern, nicht bei selbsternannten geopolitischen
Experten, die die "NATO-Osterweiterung" beklagen, nicht bei
Identitätspolitikern und nicht bei Freunden von Meldestellen, die
Äußerungen unterhalb der Strafbarkeit sammeln und auswerten. Die
Freiheit, die wir meinen, schrieb George Orwell angesichts der
Barbarei Nazideutschlands gegen sein Heimatland Großbritannien in
seinem Essay "The Lion and the Unicorn: Socialism and the English
Genius" nieder.

Koljas Artikel über Orwell und die Freiheit:

https://www.novo-argumente.com/artikel/die_lange_und_die_kurze_leine

Sören Pünjer über Russland als ewigen Anti-Westler:

https://www.youtube.com/watch?v=Td0lW-0zROk

Mehr mit Kolja über Osteuropa:

https://www.patreon.com/c/user?u=59264472

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„165 - Die Freiheit, die wir meinen“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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