Ist der Guardiola-Fußball noch zeitgemäß?

Ist der Guardiola-Fußball noch zeitgemäß?

vor 1 Jahr
Pep Guardiola ist der prägende Trainer des 21. Jahrhunderts. Oder war er es? Der Fußballpodcast über das Ende der Ära von Manchester City und diverse Pep-Klischees
1 Stunde 6 Minuten
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Beschreibung

vor 1 Jahr

Vor den Augen der Welt zerbröselt gerade Manchester City, die
Mannschaft, die Europas Fußball in den vergangenen Jahren
dominiert hat. Anlass für die Hosts von "Kicken kann er", dem
Fußballpodcast von ZEIT ONLINE, einmal genauer hinzuschauen. Vor
allem, weil es die Mannschaft von Pep Guardiola ist, dem Meister
des organisierten Fußballs. Aber selbst er wirkt ratlos und
verzweifelt. "Man sieht, welche Ruine die Mannschaft ist", sagt
Oliver Fritsch. "Man erkennt noch das System, aber alles ist
berechenbar geworden."


Zunächst aber geht es um die unwirkliche Karriere des
katalanischen Trainers. Seine Rekorde, seine Spielweise und die
Details, die sein Spiel ausmachen. Dadurch haben Peps
Mannschaften ein Mindestlevel erreicht, das sie nie
unterschritten haben. Allerdings fehlte es auch in
erfolgreicheren Zeiten schon an Ausschlägen nach oben. Deswegen
sind Peps Mannschaften auch auf längere Strecke, also in den
nationalen Meisterschaften, erfolgreicher als etwa in der
Champions League, wo es auch mal auf Glück, Tagesform, aber auch
Eskalation und das Akzeptieren eines Kontrollverlusts ankommt.


Die Krise bei City ist die schwierigste Situation, in der sich
Guardiola in seiner Karriere bisher befunden hat. "Es gibt
berechtigte Zweifel, ob er noch mal so eine Dominanz erreichen
wird", sagt Fritsch. Christian Spiller sagt: "Die Krise ist aber
auch die Chance, mal mit einem Missverständnis aufzuräumen: Es
ist nicht das System, sondern die Spieler, die ein Spiel
gewinnen." Sind die verletzt, alt, verunsichert oder schlicht
nicht gut genug, hilft auch der beste Plan nichts.


Nun steht die Frage im Raum, ob der offensive Ballbesitzfußball,
die Idee der totalen Struktur noch zeitgemäß ist, oder er nicht
überrollt zu werden droht, von Tempo, Physis, individueller
Klasse und Emotionen, wie es Real Madrid im Achtelfinale der
Champions League vormachte. Außerdem in der Folge: die Top 5 der
Guardiola-Kicker, seine Trainerjünger, Zigaretten auf dem Rasen
und kein Hund namens Pep.


"Kicken kann er" ist der Fußballpodcast von ZEIT ONLINE. Er
erscheint alle zwei Wochen und widmet sich den besten Fußballern
und Fußballerinnen unserer Zeit. Wir reden weniger über Taktik
als über das, worauf es im Fußball wirklich ankommt: die
Individualität der Spieler. Alle Folgen finden Sie hier.
Schreiben Sie uns! Kritik zur Sendung und Vorschläge für Mister X
nehmen wir unter fussball@zeit.de entgegen.


Szenen und Texte, über die wir im Podcast gesprochen
haben:  


Video: Peps Kratzer

Peter Kümmel über Peps Kratzer

Die Guardiola-Klischees



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