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  4. Wenn das Zeichnen ein Suchen ist
Barbara Yelin erzählt mit Bildern. Ihr Medium ist der Comic - mit
all seinen unzähligen Möglichkeiten der vielschichtigen
Verflechtung von Zeichnung, Dialog, Erzähltext und dem magischen
Rhythmus der Panels. Ihr Zeichenstift ist ihr
Forschungs-Werkzeug, die entstehende Skizze die Landkarte, um
Fragen zu entdecken, Leerstellen zu erforschen und Geschichten
aufzuspüren.

In ihrer neuesten Graphic Novel Emmie Arbel. Die Farbe der
Erinnerung spürt die Autorin, die zu den bekanntesten
deutschen Comic-Künstler:innen zählt, den Erinnerungen der
Holocaust-Überlenden, der Rebellin, der Mutter, der zunächst so
schweigsamen und doch so starken Frau Emmie Arbel nach. Eine Frau
die 30 Jahre nach dem Holocaust ihr Schweigen bricht und als
Zeitzeugin von ihrer Kindheit in den Lagern Westerbork,
Ravensbrück und Bergen Belsen und über ihr Leben danach zu
sprechen beginnt.

Was 2019 im Rahmen des Projektes “Survivor-Centred Visual
Narratives“ mit einer vorsichtigen Begegnung zwischen Barbara
Yelin und Emmie Arbel und einer 40seitigen gezeichneten
Erinnerung beginnt, wird 2023 zu einem Buch, das eine
eindringliche Lebensgeschichte sichtbar macht, das Erinnern
selbst erkundet und reflektiert und gleichzeitig die Entstehung
eines Kunstwerks und einer Freundschaft erzählt.

Aktuell ist die Graphic Novel Emmie Arbel. Die Farbe der
Erinnerung für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2024 in
der Kategorie Sachbuch nominiert.

Vielen Dank Barbara, für das tiefe und feine Gespräch!

Yelin Barbara: Emmie Arbel. Die Farbe der Erinnerung,
Reprodukt 2023.

40 Seiten des Buches sind bereits 2022 erschienen:

Barbara Yelin, Miriam Libicki, Gilad Seliktar: Aber ich
lebe. Vier Kinder überleben den Holocaust. Nach den
Erinnerungen von Emmie Abel, David Schaffer, Nico Kamp und Rolf
Kamp, herausgegeben von: Charlotte Schallié, aus dem Englischen
von Rita Seuß, C. H. Beck 2022, 2. Auflage.
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„Wenn das Zeichnen ein Suchen ist“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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