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Wer bisher der Ansicht war, Claus Weselskys Gewerkschaft der
Lokführer habe der Öffentlichkeit in diesem Spätsommer einen
aberwitzig langen Arbeitskampf zugemutet, möge uns unbedingt bei
unserer heutigen Zeitreise in die Berliner Schankstuben des Jahres
1921 begleiten. Nicht eine, nicht zwei, nicht drei, nein, satte
fünfeinhalb Wochen – am Stück! – streikten damals an die 30.000
Berliner Kellner für höhere Löhne in Zeiten einer galoppierenden
Inflation und legten den auch damals schon umtriebigen Café- und
Restaurantbetrieb in der deutschen Hauptstadt damit in erheblichem
Umfang lahm. Der Berliner Börsen-Courier galt, wie sein Name
verrät, als eher wirtschaftsnahe Tageszeitung und hatte zu dem
Ausstand, wenig überraschend, bereits nach sieben Tagen eine sehr
klare Meinung. Zu Gehör bringt sie im Folgenden Frank Riede.
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„Kellnerstreik in Berlin“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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