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Kaum ein Film der 2000er spaltete das Publikum so sehr wie Pascal
Laugiers Martyrs. Für manche nur prätentiöse
Provokation oder perfide Folter, lässt der Film beim genaueren
Hinschauen in erbarmungslose Abgründe blicken. Wir - also Daniel,
Patrick und Thomas - nähern uns dem Phänomen
Martyrs in diesem Podcast an, soweit dies eben
als halbwegs unvoreingenommener Zuschauer möglich
ist. 

 

Martyrs Podcast - Der Höhepunkt der New
French Extremity

Um das Millenium herum begannen junge französische Filmemacher,
ihre oftmals schon unangenehmen Themen mit optisch entsprechender
Explizität darzubieten. Filme voller Gewalt und Sex, die in
seelische Abgründe blickten und mit gesellschaftlichen Tabus
brachen. Werke wie Gaspar Noés Irreversibel (2002), Leos Carax'
Pola X (1999) und Baise-moi (2000) von Virginie Despentes und
Coralie Thrin Thi testeten aus, was das Gesetz durchgehen ließ
und in der öffentlichen Rezeption ertragbar schien. Doch die
unzusammenhängende Bewegung reihte nicht nur Skandalfilm an
Skandalfilm, um Extreme auszutesten und anzuecken, sondern
experimentierte auch mit ungewöhnlicher Narrative und innovativer
Technik.

Bei Genrefilm-Fans fand natürlich die in diesem Zuge losgetretene
New Wave of French Horror besonderen Anklang. High Tension
(2003), Frontier(s) (2007) und Inside (2007) erfreuten das
hartgesottene Festival-Publikum und verschafften dem
französischen Horrorfilm-Nachwuchs einen fast schon legendären
Ruf. Doch keiner dieser Filme hinterließ einen derart
nachhaltigen Eindruck als eben Martyrs (2008).
Zusammen bildeten sie das, was hierzulande von Fans als "die
großen Vier der neuen französischen Härte" betitelt wird.

Geheimtipp von gutem Leumund

In Frankreich sorgte der zweite Film von Pascal Laugier zuerst
einmal für eine Kontroverse. Schon bei der Uraufführung in Cannes
2008 wird von Zuschauern berichtet, die sich übergeben haben, in
Tränen ausbrachen oder angewidert den Saal verließen. Die
Freigabestelle bedachte Martyrs mit einer
18er-Einstufung, die ansonsten einzig der Hardcore-Pornographie
vorbehalten war. Nach einem Einspruch der Produzenten und unter
Zuspruch des damaligen Ministeriums für Kultur und Kommunikation
konnte man ihn aber noch zu einer kinotauglichen 16er-Freigabe
herunterstufen lassen. 

Hier in Deutschland feierte der Film auf dem Fantasy Filmfest
2008 seine Premiere. Ein Gutachten der Juristenkommission der
SPIO konnte keine strafrechtliche Relevanz feststellen, und
deshalb erschien der Film im darauf folgenden Jahr ohne
FSK-Freigabe auf DVD. Trotz ausnehmend guter Kritiken und einer
sich steigernden Mundpropaganda lief er zuerst ein wenig unter
dem Radar, weswegen es auch lange dauerte, dass die deutsche
Veröffentlichung bei der BPjM landete und 2012 schließlich auf
Liste A indiziert wurde. Nachdem Martyrs in 2015
ein amerikanisches Remake zuteil wurde, erschien schließlich auch
eine FSK-freigegebene Fassung des Originals im Einzelhandel. Der
Verleih hat erwartungsgemäß in einigen Szenenblöcken die Schere
angesetzt, um von der BPjM beanstandete Tendenzen zu entschärfen.

Der Hauptaugenmerk unseres Podcasts liegt zum einen auf der
formellen Brillanz, mit der Laugier seine bedrückende Geschichte
erzählt und inszeniert. Zum anderen steigen wir darüber hinaus
auch tiefer in die Materie ein und diskutieren
Interpretationsansätze und Querverweise. Abschließend beschreibt
jeder von uns die Wirkung, die Martyrs auf ihn
gehabt hat. Und eines können wir euch schon versprechen - Das
lässt niemanden kalt!

Viel Spaß mit dem Martyrs Podcast!

Timecodes

00:00:00 Cold Opener & Intro

00:00:47 Begrüßung

00:02:17 Der erste Kontakt

00:08:52 Die Fakten

00:11:44 Der Einstieg - Suspense

00:17:21 15 Jahre später - Revenge

00:35:51 Im Keller - Folter & Martyrium

01:10:26 Nihilismus, Kritik am Zuschauer und Parallelen zu realen
Ereignissen

01:25:54 Andere Werke Laugiers

01:30:47 Unser Fazit zum Film

01:37:09 Weise Worte zum Schluss 

---

Instagram:
https://www.instagram.com/filmfruehstueck/
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„Filmtoast Fokus: Martyrs“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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