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Paul Klee - la belle jardinière, 1939

Paul Klee - la belle jardinière, 1939

Zentrum Paul Klee vor 9 Jahren
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Eine Inszenierung surrealer Heiterkeit ist das Bild «la belle
jardinière» oder auch «ein Biedermeiergespenst» genannt. Die
schematische, aus roten und blauen Linien gebildete, von Paul Klee
ironisch als schöne Gärtnerin betitelte Figur im Reifrock hält in
der erhobenen linken Hand einen Blumenstrauss.Das
Biedermeiergespenst erscheint als ein magisch leuchtendes Phantom,
das sich jedem Deutungsversuch entzieht. Die Linien, die dem
Gespenst seine Form geben, treten als fluoreszierende rote und
blaue Leuchtzeichen hervor, von denen farbiges Licht auf den
bräunlichen Grund scheint. Der braune Hintergrund ist lebendig
durchstrukturiert, unter anderem mit Schablonenzeichnungen.Klee
erreichte mit dem Gegensatz der satten, intensiv farbigen Linien
der «belle jardinière» und dem hell kolorierten Hintergrund eine
ausgesprochen räumliche Farbwirkung. Die Farben leuchten
fluoreszierend über dem unregelmässig weiss grundierten
Jutestoff.Klee entwickelte diese Figur auf der Basis seiner
Bleistiftzeichnung «Mit Blumen» und steigerte die aus wenigen
Strichen bestehende Blumenträgerin zu einer unheimlichen Gärtnerin.
Die Einfachheit in der Anwendung der bildnerischen Mittel ist in
den späten Werken immer auch Ausdruck äusserster schöpferischer
Konzentration. Die schöne Gärtnerin erscheint als Gespenst des
Biedermeier. Vielleicht beinhaltet der Titel einen Seitenhieb auf
das Kunstverständnis der Nationalsozialisten, welche die
Kunstauffassung des 19. Jahrhunderts aus ideologischen Gründen
idealisierten und der von ihnen als entartet diffamierten Kunst der
Moderne entgegenstellten.
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„Paul Klee - la belle jardinière, 1939“

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