Paul Klee - Ohne Titel (Komposition mit den Früchten), um 1940

Paul Klee - Ohne Titel (Komposition mit den Früchten), um 1940

Die hier ausgestellte grossformatige Zeichnung auf Packpapier ist eines der letzten von Paul Klee geschaffenen Werke. Am Ende seines Lebens beschäftigt sich Klee mit Themen der Natur, die er aber auch auf sein Leben bezieht.
3 Minuten
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Lassen Sie sich unsere Werke von Paul Klee auf informative und unterhaltsame Art näherbringen. Die Inhalte der Podcasts bieten den HörerInnen klassiche Werkbeschreibungen und Hintergrundinformationen zu ausgewählten Exponaten von Paul Klee.

Beschreibung

vor 7 Jahren
Die hier ausgestellte grossformatige Zeichnung auf Packpapier ist
eines der letzten von Paul Klee geschaffenen Werke. Anfang 1940
verschlechtert sich Klees Gesundheitszustand. Im Mai bricht er zu
einem Kuraufenthalt nach Ascona auf, von wo er nicht mehr
zurückkehrt. Einige seiner Werke bleiben unvollendet, oder
zumindest unbetitelt und nicht nummeriert, in seinem Atelier
zurück. Das nachträglich als «Komposition mit den Früchten»
betitelte Werk ist eines davon.Mit Pinsel und Kleisterfarbe
zeichnet Klee hier eine chaotische Ansammlung von Formen, die an
Früchte – Äpfel, Kirschen – oder auch Blätter, Äste, Pflanzen oder
Samen erinnern. Unten und am linken wie auch rechten Bildrand sind
die Formen mit weisser Kreide ausgemalt. Darunter liegt eine
Linienstruktur in Rotbraun, die die ganze Komposition zusammenhält.
Und wiederum darunter kommt eine weitere Ebene mit einem Gewirr an
Linien zutage. Das Gestalten einer Komposition mithilfe von sich
überlagernden Schichten interessiert Klee seit den 1920er-Jahren.
Dadurch erhalten seine Werke eine Komplexität trotz ihrer
Einfachheit in der Motivwahl und gleichzeitig kann Klee
Gegenständliches mit Abstraktem, Lineares mit Flächigem,
Zeichnerisches mit Malerischem verbinden.Am Ende seines Lebens
beschäftigt sich Klee mit Themen der Natur, die er aber auch auf
sein Leben bezieht: Entstehung und Geburt, Wachstum und
Veränderung, Reife und Tod. Die hier dargestellten Früchte und
Pflanzen verbildlichen diese Ideen. Sie sind Zeichen des scheinbar
ewigen Zyklus der Natur von Entstehung und Vergehen. Im Blick auf
seine Krankheit, vielleicht gar den nahenden Tod, erinnert sich
Klee an seine Kindheit und sein Leben und blickt bereits voraus ins
Jenseits. In der oberen Bildmitte schreibt Klee mit Bleistift:
«Sollte alles denn gewusst sein? ach, ich glaube nein!» Klee kommt
am Ende seines Lebens zum Schluss, dass die ersten und letzten
Fragen des Daseins, mit denen er sich so oft beschäftigt hat,
unbeantwortet bleiben dürfen.

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