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  4. Folge 1229: DIE VERACHTUNG - Der Po der Bardot
Vier Jahrzehnte Kinoleben hatte ich eine Regel: keine Nouvelle
Vague. Die Zeit ist gekommen, diese Regel zu brechen, denn zum
60. Geburtstag von DIE VERACHTUNG von Jean-Luc Godard ist der
Film in einer restaurierten 4K-Fassung zu sehen. Um es gleich zu
sagen: DIE VERACHTUNG ist mit 60 Jahren Abstand eine irritierende
Erfahrung. Im Mittelpunkt steht eine Ehefrau (Brigitte Bardot),
deren Liebe zu ihrem Mann (Michel Piccoli) in Verachtung
umschlägt, als er sie an einen amerikanischen Filmproduzenten
(Jack Palance) „ausleiht“, um einen Drehbuchauftrag zu
bekommen.

Aus heutiger Sicht braucht es für die Trennung nicht mehr viel
Worte – die Beziehung hat ganz offensichtlich keine Basis mehr.
Aber Godard lässt die beiden für eine gefühlte Ewigkeit wie
gefangene Tiere im Käfig ihrer Eigentumswohnung auf und ab
laufen, streiten, versöhnen, streiten, streiten. Das ist
inhaltlich sehr ermüdend. Als dann am Ende des Streits eine
Pistole auftauchte, hatte ich die Hoffnung auf handfestere
Handlung, aber – wie Johanna später erklärt – war das nur ein
Witz von Godard über Tschechows Gun (also die Filmregel, das
alles, was man sieht, für den Film notwendig sein muss).

Als die Handlung sich zu den Dreharbeiten von „Odysseus“ nach
Capri verlagert, dreht Godard als Regisseur so richtig auf: Die
Inszenierung des Hauses, des Meeres, der Dreharbeiten ist
atemberaubend, die Farben sind intensiv, hier ist die
restaurierte Fassung spektakulär. Im Podcast direkt nach dem Film
spreche ich mit Johanna über die nackte Bardot (das Aufzählen der
Körperteile!), darüber wie wichtig 1963 die Diskussion über die
Rolle und Unabhängigkeit der Frau und die Rolle und
Unabhängigkeit der Kunst war, über Odysseus-Interpretationen,
Fritz Lang, Ehebruch bei den Franzosen und die Neugier auf
weitere Nouvelle Vague-Filme.
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„Folge 1229: DIE VERACHTUNG - Der Po der Bardot“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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